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28. September 2012

Den Nachwuchs gezielt im Visier

Startschuss in Neuenburg für die Schüler-Ingenieur-Akademie.

NEUENBURG AM RHEIN. 18 Schülerinnen und Schüler sind dabei, wenn jetzt am Kreisgymnasium in Neuenburg ein neues Angebot startet: die Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA). Sie ist damit die zweite im Raum Freiburg. Eröffnet wurde sie in Neuenburg mit einem Festakt und klassischer Musik.

SIA ist ein überschulisches Programm für den technisch orientierten Nachwuchs. Arbeitgeber aus dem naturwissenschaftlichen und technischen Bereich sowie die Duale Hochschule Lörrach sind an dem Kooperationsprojekt beteiligt. Beim Festakt stellten die Arbeitgeber ihre Betreibe vor, und es gab Informationen über die Veranstaltungen und Themenbereiche, an denen die Schüler teilnehmen und mitarbeiten werden. Besonders erfreulich für die möglichen künftigen Arbeitgeber war, dass auch vier Mädchen unter den ingenieurwissenschaftlich Interessierten sind.

Beteiligt am Programm ist zudem die Bundesagentur für Arbeit Freiburg. Initiiert werden die SIA-Programme, von denen es bereits 20 in Baden-Württemberg gibt, vom Arbeitgeberverband Südwestmetall. Die Projektpartner der neuen SIA2 Freiburg sind das Kreisgymnasium Neuenburg, das Kreisgymnasium Bad Krozingen, das Theodor-Heuss-Gymnasium in Freiburg, das Freiburg-Seminar, die DHBW Lörrach sowie die Unternehmen Hekatron Technik, Hüttinger Elektronik, Mercedes-Benz Daimler, Northrop Grumman LITEF und die IKA-Werke.

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Der neue Schulleiter des Kreisgymnasiums, Jürgen Kaltenbacher, hob hervor, dass Erfahrungen außerhalb des schulischen Bereichs für technisch interessierte Schüler enorm wichtig sein können. An jeder Schule gibt es deshalb auch Lehrer, die das SIA-Programm und die Schüler betreuen. Zu ihnen gehört am KGN Ralf Erens. Er berichtete, dass die Schüler, die für die Seminarteilnahme in Frage kommen, von den sie unterrichtenden Lehrern ausgewählt werden. Um auf interessierten Nachwuchs aufmerksam zu werden, setzen die Beteiligten schon früh auf Spezialisierung – in den unteren Klassen auf den Mathe-Club und (neu) den Science-Junior-Club. In der Mittelstufe sind das Mathe-, Physik- und Chemie-Arbeitsgemeinschaften, die in der Oberstufe dann noch um Biologie, Astronomie, Informatik, Elektronik und Geologie erweitert werden.

Sechs Veranstaltungen werden über die SIA pro Halbjahr fest angeboten, die weiter ergänzt werden können durch Studienfahrten, Praktika, Betriebsexkursionen und mehr. Peter A. Mayer von Südwestmetall machte Mut: "Der Bedarf an Ingenieuren ist hoch und wird es bleiben." Theresia Denzer-Urschel von der Arbeitsagentur bot Beratung zu passenden technischen Studiengängen an. Viel zu viele Studenten brächen ihr ingenieurwissenschaftliches Studium ab, weil sie nicht gut genug informiert seien, ließ sie wissen.

Die Firmen machten neugierig auf das, was die Schüler in den Betrieben erwartet: Und das reicht vom Einblick in Europas modernstes Brandlabor über Lasertechnik, Induktionserwärmung, militärische Luftfahrt- und Landnavigation bis hin zur hochmodernen Fahrzeugdiagnose. Viele Schüler im Publikum zeigten sich schon während der Präsentation begeistert. Professor Manfred Schlatter (DHBW) lud zudem dazu ein, in der Hochschule programmierte Steuerungssysteme kennenzulernen. Karin Lang von der Projektleitung bei Südwestmetall stellte abschließend Betreuer und Schüler vor, die an der SIA teilnehmen, und überreichte jedem "Nachwuchswissenschaftler" eine Mappe mit den wichtigsten Informationen.

Autor: Jutta Schütz