Der Rahmen steht

Susanne Ehmann

Von Susanne Ehmann

Fr, 23. März 2018

Neuenburg

Planungen für Freiflächen der Daueranlage und verkehrstechnische Planungen für Landesgartenschau im Neuenburger Rat vorgestellt.

NEUENBURG AM RHEIN. Der theoretische Rahmen steht schon mal. In der jüngsten Sitzung des Neuenburger Gemeinderats wurden die Planungen für die Freiflächen der Daueranlage der Landesgartenschau beschlossen, die die Rheinterrassen, Rheingärten und den Wuhrlochpark betreffen. Anschließend wurden auch die verkehrstechnischen Planungen vorgestellt und vom Rat ebenfalls durchgewunken. Beides war in einer Klausurtagung bereits besprochen worden.

"Die Rheinterrassen, eingebettet in Gärten und Streuobstwiesen, und dazu der Wuhrlochpark – das sind die zwei Schwerpunkte, die den Rahmen für die Landesgartenschau bilden." In zwei Bauabschnitte unterteilten Andrea Leisinger, Geschäftsführerin auf städtischer Seite, und Tobias de Haen, Geschäftsführer auf Seiten der Fördergesellschaft bwgrün der Landesgartenschau Neuenburg am Rhein GmbH, bei ihrer Vorstellung vor dem Gemeinderat den Rahmenplan der Daueranlage: in Bauschnitt I westlich der Autobahn, mit den Rheinterrassen und Rheingärten, der dauerhaften Parkplatzanlage in der Vogesenstraße und der Sanierung der Kleingartenanlage; und in Bauabschnitt II östlich der Autobahn, mit dem Wuhrlochpark.

Ziel sei es, dauerhafte Grünanlagen und Freiflächen zu schaffen, für die nächsten 15 bis 20 Jahre, erklärte Tobias de Haen. Das Herzstück seien die Rheinterrassen, die sich über knapp 800 Meter erstrecken und den Rhein erlebbar und wahrnehmbar machen, so de Haen. Dort sollen Gartenanlagen, Schattendächer, kleine Plätze und ein großer Spielplatz entstehen. An die Rheinterrassen schließen sich die Rheingärten an. Die dort bereits bestehenden Strukturen sollen aufgewertet, die Streuobstwiesen etwa durch weitere Pflanzungen ergänzt werden, generell soll dort jedoch der natürliche Charakter erhalten bleien. "Damit es auch ruhigere Bereiche gibt, zum Beispiel zum Spazierengehen", so de Haen. Die Kleingartenanlage soll ebenfalls "auf Vordermann gebracht" werden. Auf der anderen Seite der Autobahn soll der Wuhrlochpark ein "besonderer Ort" werden, neu gestaltet und bereit, neu entdeckt zu werden. "Der Park hat viel Potenzial, aber er ist in die Jahre gekommen."

Um dies alles aber Umsetzen zu können, muss nun ein Förderantrag gestellt werden, parallel dazu wird ein Zeitplan erstellt: Was soll wann in Angriff genommen werden? Und zwar nicht nur für die Freiraum-, sondern auch für die verkehrstechnischen Planungen, die ebenfalls anstehen.

Mit dem Programm "Natur in Stadt und Land" fördert das Land Baden-Württemberg die Schaffung dauerhafter Grünanlagen. Es geht um einen Betrag von maximal fünf Millionen Euro, konkretisierte Bürgermeister Joachim Schuster. Der Fördersatz liegt bei 50 Prozent. Mit der Freiraumgestaltung war das Büro Geskes und Hack aus Berlin 2013 beauftragt worden. Seither wurde die Freiraumplanung stetig weiterentwickelt. Beidem, der Freiraumplanung für die Daueranlage und der Antragstellung für das Förderprogramm, stimmte der Gemeinderat sodann einstimmig zu.

"Deutliche Verbesserung der Verkehrswege"

Parallel zur Freiraumplanung läuft derzeit die Planung der Verkehrsanlagen, beides betreffe "unterschiedliche Planer und unterschiedliche Töpfe". Für die Erschließungen des Landesgartenschaugeländes wurde das Büro Fichtner Water & Transportation beauftragt. Im Süden soll dabei die Mülhauser Straße eine Sackgasse werden, die Verbindung zur B 378 wird blockiert, ein Durchgangsverkehr nur noch im Notfall möglich sein, so dass es zur Beruhigung des Gebiets komme, so Bürgermeister Schuster. Die Erschließung des Geländes werde für Autos und Lkw nur noch nördlich über die Vogesenstraße möglich sein, erklärte Andrea Leisinger. Letztere wird auf eine Breite von sechs Metern ausgebaut, auf nördlicher Seite ein drei Meter breiter Geh- und Radweg entlanggeführt. Für Radfahrer und Fußgänger soll die Autobahnunterführung Vogesenstraße zudem sicherer gemacht werden, der Rad- und Fußweg wird angehoben und mit einem Schutz zur Straße hin versehen. Der Ausbau des Radwegs soll durch ein Programm im Rahmen des Landesgemeindefinanzierungskonzeptes gefördert werden (siehe nebenstehender Text).

Der Hochdamm an der Rheinhafenstraße wird abgebaut, die Straße auf das Niveau des angrenzenden Geländes abgesenkt. Auch sie wird auf sechs Meter ausgebaut und soll einen Rad- und Fußweg bekommen, der bis an die Rheinterrassen heranreicht. Eine deutliche Verbesserung der Verkehrswege nannte es Bürgermeister Schuster. Auch diese Planung wurde einstimmig vom Gemeinderat angenommen.