Sendeantennen und Funkanlagen

Neustädter Hochfirstturm bleibt wegen zu hoher Strahlenwerte gesperrt

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Mo, 19. März 2018 um 09:12 Uhr

Titisee-Neustadt

Die auf dem Hochfirstturm installierten Sendeantennen und Funkanlagen weisen eine zu hohe Strahlenbelastung auf. Er bleibt daher für Besucher geschlossen. Dem Schwarzwaldverein Neustadt fällt eine wichtige Einnahmequelle weg.

Nikolaus Bliestle führt den Schwarzwaldverein Neustadt auch ins neue Vereinsjahr. "Nein, den 133 Jahre alten Ortsverein, kann ich nicht hängen lassen", sagte er und trat erneut an. Außerdem ist es derzeit wichtig, dass der Schwarzwaldverein einen offiziellen Vorsitzenden hat, denn die auf dem Hochfirstturm installierten Sendeantennen und Funkanlagen weisen eine zu hohe Strahlenbelastung auf. Im schlimmsten Fall müsste der Turm für Besucher geschlossen werden.

Droht dem Turm die komplette Schließung?

Bei wiederholten Überprüfungen der Funkantennen durch die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr war festgestellt worden, dass die Strahlenbelastung, verursacht von den am und auf dem Hochfirstturm montierten Antennen, zu hoch ist, informierte Vorsitzender Bliestle die Mitglieder in der Hauptversammlung im "Jägerhaus" am Samstagabend.

Die Bundesnetzagentur hat die Deutsche Funkturm Gesellschaft (DFMG) aufgefordert, diese zu hohe Strahlenbelastung sofort zu beheben. Die DFMG ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom und Eigentümer und Betreiber von Funktürmen. Sie bewirtschaftet den Hochfirstturm über die Vermietung von Sende- und Antennenanlagen. Das regelt ein Vertrag zwischen der Schwarzwaldvereinsortsgruppe und der DFMG.

"Wenn sich nichts ändert, wird der Turm abgeschaltet und darf auch von Besuchern nicht mehr betreten werden", erklärte Bliestle, "die DFMG hat zugesagt, dass sie diesen Mangel spätestens zu Beginn der Wandersaison 2018 beheben will." Und bis dahin bleibt der Turm für Besucher geschlossen. Für die Verringerung der Strahlenbelastung braucht es eine bauliche Veränderung am Turm.

Turm schon einmal wegen Statikproblemen gesperrt

In einer kürzlichen Besprechung mit Vertretern der Funkturm Gesellschaft am 2. Februar hat Bliestle darum gebeten, ihm bis zur Hauptversammlung Informationen zu geben, wie weit die Planung sei. "Der Leitende Ingenieur hat mich gestern angerufen und mir mitgeteilt, dass die Planung noch einmal überprüft wird und er mir keinen endgültigen Lösungsvorschlag habe", erklärte Bliestle weiter, "die Begehbarkeit am Saisonbeginn und im Sommer 2018 soll jedoch wie bisher eingeschränkt möglich sein. Weitere öffentliche Aussagen kann ich heute nicht machen. Die Planung ist noch nicht so weit. Es wird in diesem Jahr einiges vom Hochfirstturm zu hören sein."

Der Hochfirstturm ist mit seiner Besucherplattform in 25 Meter Höhe eine wichtige Einnahmequelle neben dem vereinseigenen Rasthaus. Rund 2400 Euro betrugen im Jahr 2017 die Eintrittsgelder aus den Turmbesteigungen zur Plattform, das waren 1000 Euro mehr als im Vorjahr.

Von Mai 2014 bis April 2015 war das beliebte Ausflugsziel auf dem Hochfirst schon einmal von der DFMG gesperrt worden, da die Abspannung der Stahltrosse sich gelockert hatte und für die Statik nachgebessert werden musste. Mehr als sechs Personen durften daraufhin nicht gleichzeitig auf den Turm.