Mehrgenerationenprojekt schreitet voran

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Sa, 19. Januar 2019

Oberried

Gemeinderat Oberried verabschiedet Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Ursulinenhof.

OBERRIED. Auf dem Oberrieder Baugelände Goldacker, besser bekannt unter dem Namen Ursulinenhof, entsteht derzeit in Riesenschritten ein Mehrgenerationenprojekt. In zwei Baukörpern wird es künftig Einrichtungen der Tagespflege, eine selbstverwaltete Wohngruppe für Menschen mit demenziellen Erkrankungen sowie Wohnungen geben. Bauträger ist die Gemeinde, die Geschäftsführung liegt beim kommunalen Eigenbetrieb Ursulinenhof. Der nach der Gemeindeordnung und dem Eigenbetriebsgesetz alljährlich aufzustellende Wirtschaftsplan war Gegenstand der jüngsten Sitzung des Oberrieder Gemeinderats.

Der Wirtschaftsplan besteht aus einem Erfolgsplan, in dem sämtliche Erträge und Aufwendungen aus dem laufenden Geschäft summiert sind und einem Vermögensplan, der die Investitionsausgaben für das Generationenprojekt ausweist. Die Aufwendungen im Erfolgsplan des ersten Jahres verursachen einen Verlust in Höhe von 91 000 Euro, weil Einnahmen erst nach Beginn der Vermietung der Räume generiert werden können und sich die Häuser noch im Bau befinden.

Der Vermögensplan beinhaltet sämtliche Baukosten für das Mehrgenerationenprojekt, inklusive der Hackschnitzelanlage für die Wärmeversorgung, und umfasst ein Volumen von 3,7 Millionen Euro. 2018 wurden im Vermögensplan 4,2 Millionen Euro für Investitionen geplant. Gleichzeitig wurden Darlehensaufnahmen in Höhe von 4,1 Millionen Euro geplant. Die Kreditermächtigung wurde in selber Höhe erteilt. Diese Verpflichtungen wurden 2018 in Höhe von 4,1 Millionen Euro eingegangen, aber nicht voll abgerufen, da nicht alle Mittel benötigt wurden. Hieraus werden 2019 Kredite von 2,1 Millionen Euro abgerufen. Zur Überbrückung der Liquidität nimmt die Gemeinde einen Kassenkredit in Anspruch. Aus den in 2018 in Anspruch genommen Darlehen sind 835 000 Euro noch nicht verbraucht. Diese stehen 2019 zur Auszahlung für Investitionen zur Verfügung. Der Jahresverlust des Eigenbetriebs von 91 000 Euro wird durch eine Zuführung aus dem verabschiedeten Gesamthaushalt der Gemeinde gedeckt.

Gemeinderat Eugen Schreiner bestätigte seine Auffassung, dass die Finanzierung des Projekts sicherer durch den Verkauf geplanter Wohnungen gestützt und weniger Schulden gemacht werden müssten. Bürgermeister Klaus Vosberg hielt dem entgegen, dass den Schulden mit den Gebäuden reale Gegenwerte entsprächen. Auch habe der Ursulinenorden als ehemaliger Eigner das Grundstück mit der Vorgabe überlassen, dass Mietwohnungen gebaut werden. Die Modalitäten seien durch Grundsatzbeschlüsse des Gemeinderats fundiert. Dieser verabschiedete den Wirtschaftsplan mit 14 Ja-Stimmen bei zwei Gegenstimmen.