Barrierefreiheit

Öffentlicher Nahverkehr in der Region soll behindertengerechter werden

Sebastian Wolfrum

Von Sebastian Wolfrum

Di, 13. März 2018 um 18:14 Uhr

Freiburg

Die regionale Arbeitsgruppe "Barrierefreier ÖPNV" setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen ein – und hat jetzt die neuen Busse getestet.

Wer gut sieht und hört oder sicher laufen kann, dem fallen viele Details in Bussen nicht auf. Doch Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen sind auf viele Details angewiesen, um den öffentlichen Nahverkehr möglichst barrierefrei nutzen zu können. Menschen mit Sehbehinderungen brauchen laute Ansagen der nächsten Haltestelle und Stopp-Knöpfe, die gut zu erkennen sind. Damit Rollstuhlfahrer gut in den Bus kommen, braucht das Fahrzeug eine Rampe, im Bus sollte es Möglichkeiten geben, sich im Rollstuhl anzuschnallen.

Die regionale Arbeitsgruppe "Barrierefreier ÖPNV" trifft sich seit 2014. Sie besteht aus Behindertenvertretern, den Verkehrsunternehmen sowie Straßenbaulastträgern. In den vergangenen Jahren lag ein Schwerpunkt auf dem Ausbau von Bushaltestellen. Jetzt soll verstärkt das Thema der Fahrzeuge selbst besprochen werden, wurde bei einem Termin auf dem Betriebshof der Südbadenbus GmbH (SBG) in Freiburg bekanntgegeben.

"Es geht uns darum, mit den Menschen mit Behinderung zu besprechen, was sie im ÖPNV brauchen", so Christian Jützler vom Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF). Im Schienenersatzverkehr der Höllentalbahn würden derzeit etwa nur Niederflurbusse eingesetzt, so Uwe Bauer von der SBG. Neue Busse, die angeschafft werden, erfüllten viele Kriterien der Barrierefreiheit. Ein Vertreter des Blinden- und Sehbehindertenvereins Südbaden kritisierte, dass es nicht in allen Bussen zwischen Freiburg und Neustadt Ansagen gebe. Zudem würden auf manchen anderen Strecken noch immer keine Niederflurbusse eingesetzt werden. Bauer sagte, dass dies vor allem dort auftrete, wo Drittanbieter Strecken bedienen würden.

Ausbau von 2733 Haltepositionen

"Die Arbeitsgruppe ist ein guter Schritt", sagte Anke Dallmann, die Behindertenbeauftragte des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald. Man sei auf dem richtigen Weg, es gebe aber für einen wirklich barrierefreien Nahverkehr noch viel zu tun. So müssten etwa die geplanten Änderungen an Bushaltestellen umgesetzt werden, das Buspersonal sensibilisiert werden. Bis zum Jahr 2022 soll der Nahverkehr vollständig barrierefrei sein. Dieses Ziel ist im Personenbeförderungsgesetz formuliert. Dafür gibt es im ZRF-Gebiet noch viel zu tun.

Vor etwa einem Jahr stellte der ZRF den Plan vor, 2733 Haltepositionen (eine Bushaltestelle hat zumeist zwei Positionen, eine für jede Richtung) in seinem Verbandsgebiet barrierefrei auszubauen. Die Kosten dafür sollen bei zehn Millionen Euro liegen.