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14. Mai 2009

Die letzten 16 Stolpersteine werden versetzt

Demnig am 25. Mai in der Stadt

  1. Stolpersteine Foto: Burgmaier

OFFENBURG. 118 Offenburger Bürgerinnen und Bürger sind während der Nazizeit aus der Stadtgemeinschaft ausgegrenzt und in den Tod geschickt worden. An 103 von ihnen erinnern bereits in Offenburger Bürgersteigen sogenannte Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Am 25. Mai kommen 16 weitere dazu. Sollte die Geschichtsforschung keine weiteren Schicksale zu Tage fördern, sind damit sämtliche Todesopfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aus der Offenburger Bürgerschaft auf diese Weise geehrt.

Natürlich waren die Formen des Leidens unterm Nationalsozialismus vielfältig. Tödliche Folgen hatten sie für die genannten 118 Offenburger. Wenn Gunter Demnig am 25. Mai nach Offenburg kommt, um die mutmaßlich letzten 16 Stolpersteine zu versetzen, hat er auch einen Stein für Siegfried Bodenheimer im Gepäck. Damit wird in Offenburg zum ersten Mal ein Opfer des Nationalsozialismus mit einem Stolperstein geehrt, das die Konzentrationslager überlebt hat. Siegfried Bernheimer kehrte aus dem KZ Theresienstadt im Juni 1945 nach Offenburg zurück.

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"Neuerdings fertigt Gunter Demnig auch Stolpersteine für nicht ermordete Opfer des Nationalsozialismus", erklärt Gerda-Marie Lüttgen, die für Offenburg die Stolpersteinaktion so ehrenamtlich wie erfolgreich organisiert. Bisher galt die Regel, dass nur an Ermordete auf diese Weise erinnert wird, um eine Verwässerung des Gedenkens zu vermeiden. "Demnig schaut sich aber die Schicksale dieser neuen Opfergruppe genau an. Bei seinem Besuch in Offenburg wird er seine Entscheidungskriterien näher erläutern", so Gerda-Marie Lüttgen.

15 weitere Steine wird Demnig am 25. Mai verlegen. Darunter auch drei Steine vor dem Rathaus. Denn für Emma Bodenheimer, in Auschwitz verschollen, für Hanny Glaser, in Theresienstadt gestorben, und Bella Jacobs, tot in Auschwitz, fanden sich, trotz intensiver Recherchen kein Hinweis auf den früheren Offenburger Wohnort, erklärt Wolfgang M. Gall, Leiter des Stadtarchivs, das mit der Suche nach Lebensspuren der Ermordeten das Projekt unterstützte.

Ergänzend zur Verlegeaktion zeigt der Kulturverein 361 Grad, am 25. Mai, 20 Uhr, im Forum-Kino einen Dokumentarfilm über die Arbeit Demnigs. Der Künstler, der europaweit über 16 000 Stolpersteine verlegt hat, wird im Anschluss mit den Zuschauern diskutieren .

Autor: Ralf Burgmaier