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16. April 2011
"Die Schädigung geschieht schleichend"
Auf Einladung von VHS und BUND sprach Volker Schorpp vom Verein Puls-Schlag über Elektrosmog.
OFFENBURG. Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Hyperaktivität, eine ganze Reihe von Beschwerden können verschiedene Ursachen haben. Ein Verursacher könnte zumindest für elektro-sensible Menschen der Elektrosmog sein, der unzweifelhaft in den vergangenen Jahren beispielsweise durch die Verbreitung von Mobilfunk-Anlagen, DECT-Telefone oder W-LAN-Netze rapide gestiegen ist. Erste Feststellungsklagen sind bereits gegen Mobilfunkbetreiber wie die Telekom anhängig. Die Zahl der Bürgerinitiativen und Weblinks zum Thema nimmt zu. Der Physiker Volker Schorpp vom Karlsruher Verein Puls-Schlag befasste sich nun auf Einladung von VHS und BUND in einem ausführlichen Vortrag mit der problematischen Seite von Elektrosmog.
Die Richtung des Vortrags stellte Schorpp von Anfang an mit einigen emotionalisierenden Aussagen klar. Die Schädigung geschehe schleichend, spätestens nach drei bis fünf Generationen liege geschädigtes Genmaterial vor, die Natur aber benötige 100 000 Jahre um geschädigtes Material auszusortieren, oder: bereits der metallene Reißverschluss an der Hose, besonders nah an den Reproduktionsorganen gelegen, wirke als Nahfeld von Mobilfunkwellen. Im Folgenden unterschied Schorpp zwischen natürlichen elektromagnetischen Wellen, die Lebensbedingung sind, und solchen, die schädigende Wirkung haben, da sie die "Reaktions-Kinetik" im Körper in den Nervenzellen veränderten, oder wie in einem Experiment gezeigt worden sei, dazu führe, dass die roten Blutkörperchen verklumpten. Da die hochfrequenten elektromagnetischen Wellen nicht sichtbar oder fühlbar seien, zog der Physiker mittels Frequenzumwandlers den Vergleich zur Schallwelle. Hier nun führte er vor, dass sich im Wasser die Frequenzen verstärken, so dann eben auch im Zellwasser im Gehirn, lautet seine Argumentation.
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Gemessen wird die Strahlungsintensität in Watt pro Quadratmeter, der Grenzwert liege derzeit bei 10 Watt pro Quadratmeter, das entspreche dem Schall eines Düsenflugzeuges. Dieser Grenzwert sei an der von diesem Wert an thermischen, erwärmenden Wirkung auf den menschlichen Körper orientiert, aber nie am Menschen überprüft worden, so Schorpp. Elektromagnetische Wellen würden jedoch bereits unterhalb der Erwärmungsgrenze wirken und sich in das Nervensystem einkoppeln. "Das ist so, als wenn ein Staubsauger in der Wohnung über Ihnen einen ganzen Tag lang läuft. Da erwärme ich Sie ja gar nicht", polemisiert Schorpp.
Im zweiten Teil seines Vortrages ging er auf sichtbare Schädigungen an Tieren und Pflanzen ein. Eigene Beobachtungen und Studien aus den 50er-Jahren, als es Elektrosmog noch nicht gab, zog er ebenso zur Untermauerung heran, wie eine zweifelhafte Studie aus England, die lediglich 25 Probanden untersuchte. Auch zeigte er ein Diagramm, dass die eklatante Zunahme von Verordnungen des Beruhigungsmittels für Kinder, Ritalin, darstellte und stellte, was nicht zwingend sein muss, den direkten Zusammenhang zur Zunahme von Elektrosmog her.
Schließlich forderte Schorpp weitere Aufklärung der Bevölkerung und die Einrichtung von "Funkloch-Gebieten".
Autor: Susanne Ramm-Weber
