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13. Juli 2011

Freitagnachmittage mit Roboter, Computer & Co.

Gymnasiastinnen hospitierten in technischen Berufen.

  1. Sie haben sich ihr Girls’ Day Akademie-Diplom verdient (von links nach rechts): Vanessa Rückauer, Jessica Wurth, Lisa Grube, Angelika Klassen, Sophie Jäger, Laura Heckmann, Britta Käthner und Kristina Widmer, nicht auf dem Foto: Lea Menges Foto: Gertrude Siefke

OFFENBURG (ges). Die zweite Girls’ Day Akademie ist beendet: Neun Schülerinnen des Schiller- und Oken-Gymnasiums haben ein Schuljahr lang die Welt von Wissenschaft und Technik kennen gelernt und erhielten am Donnerstag für ihr Engagement ein Zertifikat. Das Projekt wird gefördert von Südwestmetall und der Agentur für Arbeit Offenburg.

Es ist das alte Lied: Obwohl die junge Frauengeneration in Deutschland über eine besonders gute Schulbildung verfügt, entscheiden sich Mädchen nach wie vor überproportional für eng begrenzte Berufsfelder und Studienfächer. Technische Berufe schaffen es bei Frauen noch immer nicht unter die Top Ten. Lediglich vier Prozent der berufstätigen Frauen sind im naturwissenschaftlich-technischen Bereich tätig – und das bei 1,7 Millionen berufstätigen Frauen in Baden-Württemberg. Da es den Betrieben gerade in techniknahen und naturwissenschaftlichen Bereichen zunehmend an qualifiziertem Nachwuchs fehlt, hat es sich die Girls’ Day Akademie zum Ziel gesetzt, interessierte junge Frauen mit dem Reich der Technik vertraut zu machen. Mit im Boot sitzen die Firma Xenterio, Doll Fahrzeugbau, Peter Huber Kältemaschinenbau, die Hochschule Offenburg, das IHK-Bildungszentrum, der Verein "wo wissen wächst" und das Bündnis Girls’ Day Ortenau.

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Bei der Abschlussveranstaltung im Schillersaal haben die Zehntklässlerinnen die Inhalte der Schnupperangebote vorgestellt und damit die letzte Bedingung für den Erhalt des Zertifikats erfüllt. Der Leiter des Schillergymnasiums, Manfred Keller, dankte den Firmen für ihren Einsatz, der mit einem zusätzlichen Aufwand verbunden war – aber auch den jungen Frauen, die ihre Freitagnachmittage investierten, um Einblick in die Welt der Maschinen, Roboter und Computer zu erhalten. Bezeichnenderweise sei das Schiller erst vor wenigen Tagen als MINT-freundliche Schule ausgezeichnet worden, unterstrich Keller. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Der erstmals in Baden-Württemberg vergebene Titel ist für die nächsten drei Jahre gültig und soll darauf verweisen, dass an der Schule junge Menschen für einen Beruf in einem der MINT-Bereiche besonders gut vorbereitet werden. Dass das Projekt gerade am Schillergymnasium auf große Resonanz stoße, sei vor allem dem Einsatz der Physik- und Mathelehrerin Elvira Mechling zu verdanken, wie Projektleiterin Hendrike Bartsch vom Bildungsträger BBQ betonte.

Schiller-Gymnasium wurde als MINT-freundliche Schule ausgezeichnet

Die Akademie startete im September 2010 mit einem Training unter freiem Himmel am Tunisee in Freiburg: Die Teilnehmerinnen lernten gruppendynamische Prozesse kennen und stellten sich erfolgreich der Aufgabe, mit Fässern und Holzlatten ein trag- und schwimmfähiges Floß zu bauen. Später folgten Bewerbungstraining und Firmenbesuche, die auf mehrere Tage verteilt wurden. Beim Spezialisten für Kommunikationselektronik Xenterio erhielten die jungen Frauen Einblick in die Ausbildung zur Elektronikerin und hatten die Möglichkeit, Bauteile auf Platinen zu löten. Die Firma Doll Fahrzeugbau stellte den Jugendlichen die Aufgabe, ein kleines Fahrzeugmodell selbst anzufertigen. Den Berufsalltag einer Lagerlogistikerin und einer Elektrotechnikerin lernten die Heranwachsenden bei Huber Kältemaschinen kennen. In der Hochschule konnte schließlich ein Roboter selbst programmiert werden.

Wie Hendrike Bartsch verriet, wird sich an der dritten Akademie, die im September startet, auch das Offenburger Tesa-Werk beteiligen.

Autor: ges