Für mehr Bäume im Stadtgebiet

Julia Trauden

Von Julia Trauden

Di, 05. Dezember 2017

Offenburg

Ortsgruppe des BUND-Umweltzentrums setzt ein Zeichen in Zeiten des Klimawandels und pflanzt Jubiläums-Linde an der Stadtkirche.

OFFENBURG. Mit der Pflanzung einer Linde an der Stadtkirche hat das BUND-Umweltzentrum Ortenau am Samstag seinen 30. Geburtstag gefeiert. Der knapp fünf Meter hohe Baum war ein Geschenk der Ortsgruppe des Umweltzentrums. Die Aktion sollte auch ein Zeichen dafür sein, dass Bäume in der Stadt gebraucht werden – vor allem in Zeiten des Klimawandels.

Bäume seien nicht nur wichtig als Lebensraum für Vögel und Insekten, sondern auch für das Stadtklima, betonte Petra Rumpel, die Geschäftsführerin des Umweltzentrums Ortenau, bei der Pflanzung der Linde am Samstag. Durch die immer stärkere Versiegelung von Flächen bleibe für Bäume, aber auch für Hecken und Sträucher, die ebenfalls zu einem guten Stadtklima beitragen, aber immer weniger Platz – ein Problem, das ihrer Meinung nach stärker in den Fokus gerückt werden sollte.

Gegen Flächenschwund, für mehr Artenschutz

Neben dem Schutz und Erhalt von Bäumen beschäftigen sich das Umweltzentrum des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland und die dazugehörige Offenburger Ortsgruppe, die es seit 1990 gibt, aber auch mit Themen wie Artenschwund, dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat sowie der Vermeidung von Müll.

"Viele Themen hängen zusammen", erklärt Rumpel: So sei der Artenschwund nicht nur eine Folge des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, sondern auch bedingt durch die Pflanzung von Monokulturen in der Landwirtschaft – ein Beispiel sei der Oberrheingraben mit seinen Mais-Monokulturen. Der Einsatz von Insektenschutzmitteln verursache wiederum nicht nur Artensterben, sondern auch schlechte Ernten: Da es immer weniger Insekten gibt, die Obstbäume bestäuben, tragen diese weniger Früchte – ein Problem für Landwirte. Die Flächenversiegelung und der Artenschwund sowie der Klimawandel seien die Themen, die das BUND-Umweltzentrum in den kommenden Jahren wohl am meisten beschäftigen werden, meint Petra Rumpel. Dabei seien sie und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter auch auf die Unterstützung der Landes- und Bundespolitik angewiesen – sonst "wird es schwierig", betont die Diplom-Biologin.

In der Kommunalpolitik seien viele Themen, für die sich das BUND-Umweltzentrum in den vergangenen 30 Jahren eingesetzt haben, angekommen, freut sich die 51-Jährige. "Grüne Themen haben breite Bevölkerungsschichten erreicht", sagt sie. Trotzdem sei bürgerschaftliches Engagement angesichts der Herausforderungen, denen sich der Umweltschutz stellen muss, weiterhin sehr wichtig.