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09. Februar 2012 11:23 Uhr

Neonazis

NSU hatte Offenburger Arbeitskreis Asyl im Visier

Der Offenburger Arbeitskreis Asyl steht auf einer Liste der Thüringer Neonazi-Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund". Das teilte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit.

  1. Die Neonazis Uwe Mundlos (l.) und Uwe Boehnhardt (M.) hatten auch den Offenburger Arbeitskreis Asyl im Visier. Foto: dapd

Der Zweite Vorsitzenden des Arbeitskreises, der die Interessen von Asylbewerbern in der Ortenau vertritt, Lenhard Junker, wurde jetzt informiert. Das Amt ermahnte die Mitglieder im Interesse der eigenen Sicherheit zur Wachsamkeit. Der Verein will sich nicht einschüchtern lassen und mit der öffentlichen Vorführung des Films "Tritte ins Gesicht – rechte Gewalt in Deutschland" auf die Gefahr aufmerksam machen.

Film soll auf Gefahr von Rechts hinweisen

Diesen Dokumentarfilm hat der Arbeitskreis im Jahr 2000 schon einmal in Offenburg gezeigt. Er macht deutlich, was bei einigen Verfassungsschützern offenbar in Vergessenheit geraten ist und was der Fall der rechtsextremen thüringer Terrorzelle, auf deren Konto zehn Morde an zehn Bundesbürgern ausländischer Herkunft gehen, erschütternd deutlich macht: dass eine viel größere Gefahr für die Bürger und für eine offene Gesellschaft vom rechten als vom linken Spektrum ausgeht.

"Ich bin empört darüber, dass viele jetzt so tun, als komme die rechte Gefahr wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Bereits vor zwölf Jahren hat dieser Film auf 93 Tote hingewiesen, die zwischen 1991 und 2000 Opfer rechtsradikaler Gewalttaten geworden waren", sagt Reinhard Kirpes vom Arbeitskreis Asyl. Im Rahmen seiner Arbeiten habe er ebenfalls Drohungen erhalten. "Früher waren es Zettel in meinem Briefkasten, auf denen in einer Altmännerhandschrift ,Wir kriegen dich’ geschrieben stand. Heute sind das Emails", berichtet Kirpes.

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Er habe sich mit dem WDR in Verbindung gesetzt, um den Film jetzt wieder in Offenburg zu zeigen. Möglicherweise im Schiller-Saal, wo 1940 die Offenburger Juden vor der Deportation zusammengetrieben wurden.

Autor: rab