LEUTE IN DER STADT

Offenburgerin gehört zu den besten Unterwasserrugby-Spielerinnen

Cornelia Weizenecker

Von Cornelia Weizenecker

Di, 10. Januar 2012 um 11:42 Uhr

Offenburg

An das Frotzeln ihrer Klassenkameraden hat sich Lena Konstanzer gewöhnt: Die 19-Jährige gehört zu den besten Unterwasser-Rugby-Spielerinnen Deutschlands. Kein Sport wie jeder andere.

"Ich war schon immer eine Wasserratte", erzählt die sportliche Griesheimerin. Mit ihrer Mannschaft, dem "TSC Shark Mannheim", wurde sie in der vergangenen Saison Deutscher Meister. Und international gewann die Sportlerin mit ihrer Mannschaft den Championscup in Berlin. Damit wurde das Team die weltbeste Unterwasserrugbymannschaft.

Aber wie ist Lena Konstanzer überhaupt zum Unterwasserrugby gekommen? "Über das Tauchen beim Offenburger Tauchclub", berichtet die junge Frau. Mit 14 Jahren hat sie damit begonnen. Eine Tauch-AG der Schule hatte die Schülerin davor besucht und war dann hängen geblieben. Sie ließ sich zur Trainerin ausbilden und leitete danach auch die Tauch-AG am Okengymnasium. "Jetzt bleibt keine Zeit dafür", sagt sie, schließlich sind es nur noch wenige Monate bis zum schriftlichen Abitur. "Der Überflieger bin ich nicht", antwortet Lena Konstanzer schmunzelnd auf die Frage, ob sie eine gute Schülerin sei. "Auch wenn ich am nächsten Tag eine Klausur schreibe, gehe ich abends zuvor ins Training", gibt sie zu. "Rugby ist noch reizvoller als Tauchen und bringt mich an körperliche Grenzen", erzählt sie begeistert über ihren Sport.

Michael Krämer, ihr Offenburger Tauchtrainer, der in der Freiburger Unterwasserrugbymannschaft auf Bundesebene spielt, nahm sie einmal mit zu einem Trainingsspiel. Seither trainiert sie in der Freiburger Herrenmannschaft mit. In dieser Sportart dürfen auch Frauen bei den Männern mitspielen.

Montags und freitags Abend fährt sie gemeinsam mit ihrem gleichaltrigen Offenburger Trainingspartner Frank Singh nach Freiburg, donnerstags und samstags holt sie sich Kondition bei den Offenburger Wasserballern. Die Spieltage und Trainingslager sind am Wochenende. "Zeit für die Disco, meine Mädels und meinen Hund bleibt aber auch noch", versichert sie. Auch ihr Freund Christian spielt Unterwasserrugby – in der U21-Nationalmannschaft in Pforzheim. Kennengelernt haben sich die beiden beim Tauchurlaub in Südfrankreich.

Und was sagen ihre Eltern und ihre beiden Schwestern zu diesem Sport? "Sie unterstützen mich, wo es nur geht", sagt Lena Konstanzer. Da es kaum Sponsoren gibt, bleiben Fahrt- und Übernachtungskosten an den Sportlern selbst hängen. Und zu Weihnachten legten die Eltern Fiberglasflossen unter den Baum. "Papa ist begeistert", schmunzelt sie, auch wenn er bei den Wettkämpfen nicht so recht versteht, was sich da so im Wasser abspielt. Unterwasserrugby wird nämlich ständig unter Wasser gespielt, der Ball darf nicht über die Wasseroberfläche gelangen. Zuschauerfreundlich ist der Sport also nicht.

Mit dem üblichen Rugby hat Unterwasserrugby kaum mehr als den Namen gemein. Einzigartig an der Mannschaftssportart ist es, dass sich sowohl der Ball, als auch die Spieler in drei Dimensionen bewegen. Gespielt wird mit einem mit Salzwasser gefüllten Ball, der etwa die Größe eines Handballs hat. Durch das schnelle Spiel wird der Kreislauf stark belastet. Unter Wasser kann natürlich nicht geatmet werden, deshalb wechseln die Spieler "fliegend". Unterwasserrugby erfordert neben Schnelligkeit und Beweglichkeit eine hohe Ausdauer und gute Fähigkeiten beim Luftanhalten. Das alles scheint Lena Konstanzer zu besitzen. Rohe Gewalt ist übrigens verboten, körperliche Attacken dürfen nur gegen den ballführenden Spieler gerichtet sein oder vom ballführenden Spieler ausgehen. Auch darf kein Spieler an seiner Ausrüstung angegriffen werden.

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