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06. Oktober 2011 18:31 Uhr
Spontandemonstration
Polizei-Bilanz der Linken-Demo: 60 als gewaltbereit eingestuft
Eine ernüchternde Bilanz hat die Offenburger Polizei am Tag nach der "Spontandemonstration" der linksautonomen Szene gezogen. Unter den laut Polizei rund 175 Demonstrationsteilnehmern seien etwa 60 gewaltbereite und 15 vermummte Personen gewesen.
Sieben von ihnen wurden vorläufig festgenommen. Gegen sie wurde ein Strafverfahren eingeleitet, gegen drei weitere ein Bußgeldverfahren. Ein Polizeibeamter wurde verletzt. An zwei geparkten Privatautos entstand ein Sachschaden von rund 1000 Euro. Bei 142 Teilnehmern hat die Polizei die Identität festgestellt, 127 erhielten einen Platzverweis.
Im Laufe des Polizeieinsatzes wurden eine im Tumult abhanden gekommene Hiebwaffe der Polizei, sowie 35 Sturmhauben und Vermummungs-Tücher, ein Pfefferspray, zwei Fahnen mit langen Stangen, 16 als Fahnen getarnte Schlagstöcke und 32 pyrotechnische Gegenstände aufgefunden und sichergestellt.
Die Teilnehmer waren aus den Regionen Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg angereist, ein Großteil davon mit Nahverkehrszügen der Bahn. Nachdem es bereits, wie berichtet, zu einem kurzen Tumult beim Treffpunkt an der Stadtkirche gekommen war, eskalierte die Situation kurz beim Abzug in Richtung Bahnhof. Direkt vor der Evangelischen Stadtkirche wurden unvermittelt Bengalische Feuer gezündet und in einem Fall absichtlich unter ein geparktes Auto geworfen. Der Feuerwerkskörper konnte noch rechtzeitig von Polizeikräften entfernt werden, so dass kein Brandschaden entstand.
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Zudem wurden pyrotechnische Gegenstände gezielt auf Polizisten geworfen. Ein Einsatzbeamter der Bereitschaftspolizei erlitt dabei ein Knalltrauma.
Aufgrund der Vorkommnisse löste der Versammlungsleiter die Versammlung kurz darauf auf. Etwa die Hälfte der Teilnehmer im hinteren Teil des Aufzuges, deren Beteiligung an den Straftaten definitiv ausgeschlossen werden konnte, wurden von der Polizei vom Rest der Gruppe getrennt und mit einem Platzverweis für das Stadtgebiet Offenburg belegt.
Erst gegen 23 Uhr war die Arbeit der Polizei beendet. Ihr Einsatzleiter, Polizeioberrat Peter Dieterle, zeigte wenig Verständnis für das "völlig unnötige gewaltbereite Vorgehen einzelner Demoteilnehmer" die die Verletzung eines Polizeibeamten zur Folge hatte und letztendlich erst das konsequente Vorgehen der Einsatzkräfte erforderlich machten.
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Autor: Helmut Seller
