"Schöne Worte, keine Taten"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 26. Januar 2016

Offenburg

SPD-Fraktion in Zell-Weierbach.

OFFENBURG (BZ). Viel größer als erwartet war das Interesse am Besuch der SPD-Gemeinderatsfraktion in Zell-Weierbach. Dort hat sich, wie berichtet, eine Bürgerinitiative gegründet, die nicht nur ein Bauvorhaben im Winkel 13 wegen seiner Höhenentwicklung ablehnt, sondern das historisch gewachsene Ortsbild der Rebgemeinde erhalten möchte.

Nach Meinung der Initiatoren Reister und Ritter muss das Interesse von Investoren zurückstehen hinter dem Ziel der Bürgerschaft und des Ortschaftsrates, den Charakter des Dorfes zu bewahren, so SPD-Stadtrat Bertold Thoma in einer Mitteilung. Darum, so Sieglinde Metzler, SPD-Ortschaftsrätin und Stellvertreterin des ebenfalls anwesenden Ortsvorstehers Willi Wunsch in ihrer Einführung, befinde man sich in Übereinstimmung mit der BI und habe den im Dezember in der öffentlichen OR-Sitzung vorgestellten Plan abgelehnt. Der stets wiederkehrende Eindruck sei, dass das Bauamt der Stadt es an der notwendigen Sensibilität und Klarheit fehlen lasse. Im Ortsentwicklungskonzept sei zwar deutlich herausgearbeitet worden, worauf bei künftigen Planungen zu achten sei – "aber den schönen Worten folgten bis jetzt keine Taten." Trotz des im Februar vom Ortschaftsrat und im März vom Gemeinderat verabschiedeten Aufstellungsbeschlusses für einen Bebauungsplan "Winkel 2" gebe es diesen Bebauungsplan noch immer nicht; auch mit dem Ortsentwicklungskonzept sei man noch nicht weiter gekommen. Stattdessen werde über Ausnahmegenehmigungen nachgedacht.

Der teils erregten Diskussion folgte eine Besichtigung des Grundstücks, bei der Bauherr und Anwohner ihre unterschiedlichen Ansichten über die städtebauliche Wirkung des Projektes darlegten. Immerhin, und das könnte das positive Ergebnis der Ortsbegehung sein, wurde die Bereitschaft zum echten Dialog bekundet. Der Ortsvorsteher werde wohl ins Rathaus einladen, sobald neue Pläne des Investors vorliegen. Allerdings zeichnet sich ab: Wenn allerdings die Höhe des Bauvorhabens nicht wesentlich verringert wird, sei eine Verständigung nicht zu erwarten.