Sport ohne Ausbeutung von Mensch und Umwelt

Christine Storck

Von Christine Storck

Di, 31. Mai 2016

Offenburg

Mit zwei Veranstaltungen am 2. und 4. Juni beteiligen sich Offenburger Institutionen an den Nachhaltigkeitstagen Baden-Württemberg.

OFFENBURG. Die Stadt Offenburg nimmt zum dritten Mal an den "Nachhaltigkeitstagen" des Landes Baden-Württemberg teil. Zwei mit Partnern organisierte Veranstaltungen am 2. und 4. Juni wollen das Thema im Sport in den Fokus rücken. "Sport beansprucht Landschaften und Ressourcen, und die Herstellung von Bekleidung läuft zum Großteil unter unfairen Bedingungen ab", sagte Offenburgs Klimaschutzmanagerin Bernadette Kurte am Montag bei einem Pressegespräch.

Zentrales Anliegen der Nachhaltigkeitstage ist es, ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung am Beispiel großer und kleiner Projekte erlebbar und verständlich zu machen. Im ganzen Land finden in dieser Woche mehr als 1100 Veranstaltungen unter dem Motto "Helden der Tat" im Rahmen der europäischen Nachhaltigkeitswoche statt.

Da der Sommer von zwei sportlichen Großereignissen geprägt ist – der Fußball-EM in Frankreich und den Olympischen Spielen in Brasilien – haben sich die Stadt Offenburg und ihre Partner, der Weltladen Regentropfen, der VfR Elgersweier und der Verein afrikanischer Studenten in Offenburg (VASO) für den Schwerpunkt Sport entschieden.

Bei der Veranstaltung am 2. Juni dreht sich alles um das Gastgeberland der Olympischen Spiele. Brasilien verfügt über riesige Flächen tropischen Regenwalds im Amazonasbecken, deren Zerstörung für die Stabilität des Weltklimas eine große Gefahr darstellt, so Kurte. Rainer Putz, Mitbegründer des Regenwald-Instituts, spricht um 19 Uhr im Spitalkeller über die Hintergründe der fortschreitenden Abholzung sowie die Chancen nachhaltiger Waldnutzung. Ein Konzert des Sängers Genivan zusammen mit Dorothee Scheibel am Akkordeon und Daniel Schay an den Percussions rundet den Abend ab. Die Texte des aus Brasilien stammenden Genivan laden ein über die Natur nachzudenken und sie nicht nur als materiellen Reichtum zu betrachten.

Fair gehandelte Sportbekleidung und nachhaltiges Zubehör stehen am 4. Juni ab 11 Uhr vor dem Historischen Rathaus in der Hauptstraße im Mittelpunkt. Die Ausstellung "Nach St(r)ich und Faden" präsentiert Fotos rund um die Arbeitsbedingungen in der Sport-Bekleidungsindustrie und klärt über Mode-Mythen auf. Eine weitere Ausstellung zeigt, wie sich der Nachhaltigkeitsgedanke im Sportverein umsetzen lässt. Höhepunkt am Samstag ist ein Menschenkicker, bei dem mindestens sechs Mannschaften der Organisatoren gegeneinander antreten. Aber auch Besucher sind eingeladen, spontan mitzumachen. Die Mannschaft des Offenburger Weltladen Regentropfen macht in Bio-T-Shirts mit. "Drei Viertel aller Pestizide landen auf Baumwollfeldern", erklärte Weltladen-Geschäftsführerin Christine Junker. "Shirts aus Biobaumwolle sind eine echte Alternative." An einem Stand werde außerdem gezeigt, wie Fußbälle in Handarbeit hergestellt werden können.

Die Veranstalter wollen zum Austausch anregen: Mitglieder von VASO und VfR Elgersweier berichten, wie sie den Nachhaltigkeitsgedanken im Sport leben. Bei fair gehandeltem Kaffee und Orangensaft erhalten Besucher Antworten auf Fragen rund um das Thema. "Mit Sport kann man viele Menschen erreichen und zusammen bringen, auch ohne Sprache", betonte VASO-Vertreter Salomon Bessane.