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15. Juni 2009

Stolz auf die Praxisnähe

Beim Sommerfest informiert die Hochschule Offenburg auch über ihre vielfältigen Angebote

  1. Schnell und dennoch sehr sparsam: Der Formel-Flitzer der Hochschule Offenburg. Foto: Gertrude Siefke

OFFENBURG. Mit einem reichhaltigen Angebot war das Sommerfest der Hochschule Offenburg bestückt: Neben Kurzreferaten übers Studieren an der Hochschule spielten autonom fliegende Hubschrauber und kickende Roboter eine große Rolle. Es gab Informationen eines Informatikstudenten zum Thema "Linux". Wem danach der Kopf rauchte, konnte sich bei Kaffee, Kuchen und Grillwürstchen stärken.

Zunächst gab es eher ein bisschen trockene Kost: Während Professor Werner Reich die Ingenieur-Studiengänge vorstellte, konzentrierte sich Professor Daniel Fischer auf das Informatik-Angebot der Hochschule. Wer Spaß am Programmieren habe, für den sei die Angewandte Informatik das richtige, warb der Studiendekan in eigener Sache. Bei der Fachrichtung Informatik/Wirtschaft plus könnten hingegen auch pädagogisch Interessierte ihre Freude haben, da die Option besteht, mit einem angeschlossenen Masterstudiengang Lehrer an gewerblichen Schulen zu werden: Hier arbeitet die Offenburger Einrichtung mit der Pädagogischen Hochschule in Freiburg zusammen. Für welche Richtung sich die künftigen Studierenden auch entscheiden werden: Bewerbungsschluss für alle Studiengänge ist der 15. Juli. Der Postweg bildet dabei eher ein Abstellgleis, die Online-Bewerbung hat den Siegeszug angetreten. Wer gute Noten im Abschlusszeugnis vorweisen kann, könne fest mit einer Zulassung rechnen, versicherte der Hochschullehrer. Eine Präsentation von Informatik-Projekten schloss sich an. Hier kamen kreative Momente zur Geltung, etwa bei der Vorstellung eines 3D-Computerspiels, bei dem zunächst durcheinander laufende rote und blaue Kugeln jeweils auf ein Band geschoben werden mussten. Dass das funktioniert, zeigte Daniel Fischer im Selbstversuch. Bei der Version mit vier verschieden farbigen Kugeln gab er allerdings auf: "Das schaffe ich auch nicht mehr."

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Sowohl die Informatik- wie die Elektrotechnik-Labore konnten besichtigt werden. Der Studiengang Maschinenbau und Verfahrenstechnik stellte sein Paradestück, den Schluckspecht IV, vor, der erstmals nach straßentauglichen Gesichtspunkten konstruiert wurde. Auch die Vertreter des Studiengangs Medien und Informationswesen waren vor Ort und demonstrierten im benachbarten Steinbeis-Gebäude, was es mit "Eye Tracking" auf sich hat: Dabei geht es darum, mithilfe entsprechender technischer Hilfsmittel die Augen- und Blickbewegungen einer Testperson aufzuzeichnen und auszuwerten. Eingesetzt wird diese Methode unter anderem, um die Wirksamkeit von Werbekampagnen zu analysieren oder die Benutzerfreundlichkeit von Internetseiten zu untersuchen.

Unter freiem Himmel ging es dann weiter mit Hüpfburg, Live-Bands und Strandvolleyball. Ein Höhepunkt war die Vorführung des Formel 1-Wagens der Hochschule, den Studenten des Teams Formel Student Rennwagen selbst gebaut haben – vom Motor einmal abgesehen. Fahrer Bernhard Bihl zündete den schwarzen Flitzer, der in vier Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer kommen kann und eine Maximalgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern erreicht. Ein Wankausgleich macht ihn besonders kurvenstabil, wovon sich die Zuschauer überzeugen konnten – und allein der Sound macht ihn siegesverdächtig. Im Gegensatz zu den Fahrzeugen der großen Formel I schluckt der Bolide der Hochschule auch alternativen Kraftstoff und verhält sich im Verbrauch "äußerst sparsam", wie Bernhard Schneckenburger versichert: Der Kraftfahrzeugmeister leitet das Labor, in dem die jungen Autofreaks an ihrem Renner herumkonstruieren. Auf diese Praxisnähe ist nicht nur Schneckenburger besonders stolz.

Autor: Gertrude Siefke