Was die Kresse so treibt

Christine Storck

Von Christine Storck

Sa, 11. Februar 2017

Offenburg

Noah Wöhrle und Luca Eckenfels vom Schiller-Gymnasium machen bei Jugend forscht mit.

OFFENBURG. Noah Wöhrle und Luca Eckenfels waren doch recht aufgeregt: Die beiden Sechstklässler des Schiller-Gymnasiums sind zum ersten Mal Teilnehmer am Regionalwettbewerb "Jugend forscht" in Freiburg gewesen. Fast ein Jahr lang haben sie dafür verschiedene Wachstumsbedingungen von Kresse untersucht – und eine Apparatur entwickelt, die die Pflanze einmal am Tag um ihre eigene Achse dreht.

"Ein Jahr war gar nicht lang", stellte Luca Eckenfels fest. Im Gegenteil: Das Experiment mit der Kresse erwies sich als sehr abwechslungsreich. Untersucht haben die beiden Elf- und Zwölfjährigen, wie die Pflanze unter verschiedenen Bedingungen wächst. Was passiert bei Licht, Wärme oder in absoluter Dunkelheit?

Da gab es allerhand zu tun. Zuerst einmal Kresse einige Tage heranzüchten, damit sie die passende Größe hat oder eine verschlossene Kiste vorbereiten, um immer nur bestimmte Faktoren unter die Lupe nehmen zu können. Besonders stolz sind die beiden Schüler jedoch auf ihre Apparatur, die die Kresse sehr langsam bewegen kann. Sie besteht aus Legosteinen und verschieden großen Zahnrädern, die so miteinander verbunden sind, dass sich das horizontal eingespannte Kressetöpfchen einmal am Tag vollständig um die eigene Achse dreht. "Das war nicht so einfach. Wir mussten viel ausprobieren, bis wir die richtige Geschwindigkeit gefunden hatten", berichtet Noah Wöhrle. "Das Bauen der Maschine hat am meisten Spaß gemacht", ergänzt Luca Eckenfels.

Die Ergebnisse des Versuchs sind interessant: So wächst die Kresse zum Beispiel bei Dunkelheit entgegen der Schwerkraft und bei Licht zur jeweiligen Lichtquelle hin. Bei Wärme hingegen passiert nichts.

Entstanden sei die Idee im Naturphänomene-Unterricht. "Unser Lehrer hat uns darauf gebracht, immer wieder neue Aufgaben gestellt und am Ende gefragt, ob wir nicht bei Jugend forscht mitmachen wollen", erinnert sich Luca Eckenfels. Dabei wurde das Schulprojekt immer mehr zur "Familiensache": Im Wesentlichen fand es nämlich zu Hause statt – vor allem während der Ferien. Phasenweise mussten die Jungs alle paar Stunden checken, was die Kresse so treibt.

Aus dem Ganzen sind am Ende eine rund zehnseitige Zusammenfassung und ein Plakat entstanden, das Noah und Luca am jetzt beim Regionalwettbewerb in Freiburg vor einer Jury präsentieren mussten. Stolz sind auch die Eltern darauf, was ihre Sprösslinge auf die Beine gestellt haben. Und die beiden Jungforscher waren mächtig aufgeregt, ganz alleine in den zweitägigen Wettbewerb zu gehen, inklusive Programm und Übernachtung in der Jugendherberge. "Das ist ein bisschen wie Urlaub", freuten sie sich und glaubten fest daran, die Situation gut zu meistern. Sie können sich sogar jetzt schon vorstellen, im nächsten Jahr wieder mit dabei zu sein. "Es ist garantiert eine Super-Erfahrung", bestätigt Papa Roland Eckenfels.