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18. März 2010
Was tun mit der Asse?
Professor der Hochschule spricht über ein brisantes Thema.
OFFENBURG (BZ). Detlev Doherr, Geologe und Professor an der Hochschule Offenburg, hält Mittwoch, 24. März, 19.30 Uhr, an der Volkshochschule auf dem Kulturforum (VHS-Saal Raum 102) einen Vortrag über das Atommülllager Asse.
Die Schlagzeilen um das atomare Endlager im ehemaligen Salzbergwerk Asse reißen nicht ab. Erst vor wenigen Tagen hat SPD-Chef Sigmar Gabriel im Untersuchungsausschuss zum Atommülllager Asse der Atomindustrie verantwortungsloses Verhalten beim Umgang mit dem maroden Depot vorgeworfen. Detlev Doherr will sich aus der politischen Diskussion heraushalten und nicht über Schuldzuweisungen diskutieren: "Ich sitze in keinem Ministerium." Dem Professor für Verfahrenstechnik an der Offenburger Hochschule geht es um die Sicht eines Naturwissenschaftlers. In seinem VHS-Vortrag "Was geht schief in der Asse?" will der studierte Geologe über die erdwissenschaftlichen Grundlagen informieren – und das "allgemeinverständlich", wie der Referent versichert. Da Doherr vor seiner Tätigkeit an der Hochschule für die geologische Sicherheit eines Salzbergwerks zuständig war, könne er "aus dem Nähkästchen plaudern".
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123 000 Fässer mit radioaktivem Abfall lagern in über 750 Metern Tiefe. Steter Wasserzufluss gefährdet die Standortsicherheit. Eine Rückholung ist für Doherr unvermeidlich. Würde man das System sich selbst überlassen, käme es irgendwann zum Super-GAU, davon ist der Experte überzeugt. Risse und Einbrüche seien unvermeidlich, die Fässer würden ihre Fracht verlieren und das Grundwasser würde kontaminiert. Doch wie an die Fässer herankommen? "Die Technik steht noch aus", benennt Doherr die künftige Hauptaufgabe. Dass eine bergtechnische Erschließung nicht von heute auf morgen gelingen kann und es sich dabei zudem um ein "hochaufwändiges Verfahren" handelt, will der Referent verdeutlichen, darüber hinaus grundsätzlich auf den umweltgefährdenden Aspekt eingehen. Aus rein naturwissenschaftlicher Sicht: "Das ist mir ganz wichtig."
Autor: bz
