"Wir denken nicht so klein"

Judith Reinbold

Von Judith Reinbold

Mi, 29. Juni 2016

Offenburg

Der Verein "Temopolis" sucht Unterstützer für ein Technisches Zukunftsmuseum in Offenburg.

OFFENBURG. "Wir wollen zeigen, was gerade modern ist, aber auch, was morgen modern sein wird", so Frank Leonhardt. Er ist der erste Vorsitzende, des Vereins "Temopolis", der es sich zum Ziel gesetzt hat, in Offenburg ein Technisches Zukunftsmuseum aufzubauen. Inhaltlich soll ein Bogen zwischen Vergangenheit und neuester Technik geschlagen werden. Eine erste Informationsveranstaltung für Interessierte findet am 9. Juli, 15 Uhr, In der Jeuch 3 im Industriegebiet West statt.

"Temopolis", so soll das Museum einmal heißen – ursprünglich hatten die Vereinsinitiatoren auch mit dem Namen "Technisches Erlebnismuseum Offenburg" geliebäugelt. Jetzt haben die Vorstandsmitglieder allerdings entschieden: Die Zukunft soll inhaltlich in den Mittelpunkt des Museumskonzepts gestellt werden. "Gleichzeitig wollen wir den Bogen zur Vergangenheit und den Ursprüngen der technischen Entwicklung spannen", sagte Frank Leonhardt am Dienstag. Eine erste Projektbeschreibung ist entwickelt, worauf genau das Museum sich inhaltlich aber spezialisieren will, steht noch nicht fest. "Wir sind offen für alles", sagt Hans-Peter Schemitz, zweiter Vorsitzender.

Auf kurze Sicht solle ein "Show-Room" eingerichtet werden, der in der Innenstadt liegen soll, möglichst nahe am Alltag der Bürger. Langfristig wolle man ein Haus finden, in dem Ausstellung, Technik-Shop, Internet-Café und Vortragsraum vereint werden, erklärt Vorstandsmitglied Reinhard Braun. "Wir planen mit mindestens 1500 Quadratmetern, wir denken nicht so klein", so Schemitz.

Die Vorstandsmitglieder müssen zugeben, dass noch kein konkretes Gebäude gefunden ist und die Finanzierung noch nicht steht. Wie viel Geld insgesamt zusammen kommen müsse, sei demnach noch nicht klar, "wir werden allerdings mit einem siebenstelligen Betrag rechnen müssen", sagt Schemitz. Wo das Geld herkommen soll? "Wir stehen in Kontakt mit Betrieben, die wohlwollend auf unsere Vorschläge reagiert haben – konkret werden konnte allerdings noch niemand", so Leonhardt am Dienstag. Doch Schemitz ist sich sicher, dass die Firmen Interesse zeigen werden, wenn es in die genauere Planung geht: "Wir können eine Win-Win-Situation anbieten: Die Unternehmen geben uns Geld, dafür bieten wir ihnen eine Plattform, um das Unternehmen zu präsentieren." Dafür kämen viele Betriebe in Frage, die mit Technik zu tun haben – von Meiko bis Hansgrohe.

Momentan zählt der Verein "Temopolis" nach eigenen Angaben rund 25 Mitglieder, doch auch hier zeigt sich der Vorstand optimistisch. Leonhardt sagt: "Wir wissen, dass unserem Projekt gegenüber eine positive Grundstimmung in der Bevölkerung herrscht. Wir erwarten ein paar hundert Mitglieder, jetzt, wo wir an die Öffentlichkeit gegangen sind."