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13. Oktober 2011

"Wir wollen keine Nazis in Offenburg"

Ein breites Bündnis "Für eine tolerante Ortenau" hält an seinem Aktionstag am 22. Oktober fest.

  1. Respekt Organisieren Demos gemeinsam gegen den abgesagten Naziaufmarsch am 22. Oktober Vlnr: Klaus Melder, Bianka Hamann, Binari Karakus und Norbert Hense. Foto: Gertrude Siefke

OFFENBURG. Auch wenn die Neonazis ihren Aufmarsch in Offenburg abgesagt haben: Das Bündnis "Für eine tolerante Ortenau" will den Aktionstag am 22. Oktober wie geplant auf allen Plätzen in der Innenstadt austragen. "Wir müssen als Bürgerschaft ein Zeichen setzen", sagte der Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Klaus Melder.

Dass die NPD ihren Auftritt in Offenburg zurückziehen werde, damit sei nicht zu rechnen gewesen, so Melder. Im Internet forderten die Rechtsradikalen zwar immer noch zu Demonstrationen am 22. Oktober auf: "Ich glaube aber nicht, dass sie sich noch nach Offenburg trauen", so Melder in Anspielung auf die beiden Protestkundgebungen am Mittwoch und Samstag vergangener Woche, wobei die erste Demonstration von Ausschreitungen überschattet war: "Es gibt bestimmte Antifa-Gruppen, die die Konfrontation suchen", kommentierte Melder. "Unserem Anliegen hat das nicht geschadet", betonte der Gewerkschaftler und unterstrich: "Wir ziehen unser Programm durch." Schließlich gehe es nicht nur gegen den Aufmarsch der Rechtsextremen, sondern auch um das Gedenken der Deportation der badischen und pfälzischen Bürger jüdischen Glaubens ins Konzentrationslager nach Gurs, die am 22. Oktober 1940 in Offenburg ihren Ausgang nahm.

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Mehrere Gruppen, Vereine und Parteien nehmen am Aktionstag teil. Zum Beispiel die alevitische Gemeinde: "Wir wollen keine Nazis in Offenburg", betonte deren Vorsitzender Binari Karakus. "Wir sind für Demokratie und gegen Rassismus." Ein friedliches Miteinander wollen die 400 Offenburger Aleviten, die sich freuen würden, wenn sich auch andere Religionsgemeinschaften beteiligen. Die beiden Dekane der evangelischen und katholischen Kirche, Frank Wellhöner und Matthias Bürkle, werden in der Heilig-Kreuz-Kirche zum ökumenischen Friedensgebet einladen. Mit dabei sind Vertreter der Linkspartei, der Jusos und der Piratenpartei: "Jede demokratische Partei sollte da mitmachen", sagte Norbert Hense von den Piraten. Bianka Hamann von der IG Metall stellt die Kampagne "Respekt" vor, die als Schirmherrin die langjährige Fußballnationalspielerin Steffi Jones gewinnen konnte. Diese Initiative wird ebenfalls am Aktionstag dabei sein etwa mit Torwandschießen. Es gehe darum, sich grundsätzlich mit Respekt zu begegnen, so Hamann, nicht nur auf dem Fußballplatz. Sie hofft, dass OB Edith Schreiner an der Rathausfassade einen Platz für das Schild "Respekt" zur Verfügung stelle und damit nach außen signalisiere, dass auch in der Offenburger Verwaltung kein Platz für wie immer gearteten Rassismus sei.

Der Wochenmarkt wird am 22. Oktober bereits um 12 Uhr schließen. Die Abschlusskundgebung mit musikalischer Umrahmung der Pebble Stones ist von 15 Uhr an vorgesehen. Sprechen werden unter anderem die Offenburger Zeitzeugin Dorothea Siegler-Wiegand und DGB-Landeschef Nikolaus Landgraf.

PROGRAMM:

9.30 Uhr, Lindenplatz: Ausstellung "Neofaschismus in Deutschland" der Aleviten und VVN-BdA KV Ortenau sowie Infostand Die Linke. 12 Uhr, Heilig-Kreuz-Kirche: Ökumenisches Friedensgebet. 14 Uhr, Platz der Verfassungsfreunde: Infostand der Falken KV Bühl-Ortenau; Marktplatz: Kampagne Respekt IG Metall; Fischmarkt: Jusos; Wasserstraße/Hauptstraße: Infostand Piratenpartei. 15 Uhr Ursulasäule: Abschlusskundgebung.  

Autor: ges

Autor: Gertrude Siefke