Zwischen Spaß und Spielsuchtrisiko

Lisa Geppert

Von Lisa Geppert

Mi, 12. Dezember 2018

Offenburg

Eine Podiumsdiskussion des jungen Vereins Schiller-LAN erörtert im Schillersaal mit Experten das Thema Videospiele.

OFFENBURG. Der Verein Schiller-LAN hat am Freitag Eltern, Pädagogen und Schüler zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Vorteile und Risiken von Videospielen für Schüler in der heutigen Zeit" ein. Das Podium mit Sprechern aus Elternschaft, Spieleindustrie, medienpädagogischer Beratung und dem Medienbereich der Hochschule Offenburg fand im Saal des Schillergymnasiums Offenburg statt.

Der Verein Schiller-LAN hat sich zum Ziel gesetzt, einen konstruktiven Dialog zwischen den Generationen anzuregen, über Klischees und Vorurteile gegen Videospiele aufzuklären und den Spaß an dieser Freizeitbeschäftigung zu erklären, den die Mitglieder nach eigenen Angaben seit Jahren erleben und gerne teilen. Zusätzlich werden regelmäßig LAN-Partys (gemeinsames Spielen von Videospielen) veranstaltet.

Der Diskussionsrunde ging eine lange Vorbereitungsphase voraus. Die jungen Vereinsmitglieder, sie waren vor zwei Jahren selbst noch Schüler, engagierten sich in der Organisation des Abends: Gespräche mit Schulleitern und potenziellen Podiumssprechern fanden im Vorfeld statt. Tontechnik, Beleuchtung und drei Kameras mit denen der Abend in Bild und Ton festgehalten wurde, wurden aufgebaut. Am Abend übernahmen Vorstandsmitglieder die Moderation der Diskussionsrunde.

Als Diskussionsteilnehmer konnte der Verein gewinnen: Christian Reinhold, Redakteur des "Kindermedienlandes" des Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Professor Peter Treffinger als Elternvertreter, Fabian Karg, Lehrer und Medienpädagoge des Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Thomas Breyer-Mayländer, Professor für Medienmanagement an der Hochschule Offenburg, und Adrian Goersch, Geschäftsführer der Offenburger Black Forest Games und regionaler Vertreter des Verbands für Videospiele in Deutschland "GAMES".

Das Ziel des Vereins Schiller-LAN e.V. war bei dieser Podiumsdiskussion besonders, den Dialog zwischen den Generationen zu fördern. Und so spannte das Gespräch einen weiten Bogen, vom richtigen, altersgerechten Umgang mit Medien, dem Wissen um die die Funktionsweise und die Wirkungsmechanismen von Videospielen und der Vermittlung dieses Wissens, über das Thema Spielsucht, mögliche Begünstigungen einer Sucht und Vorsorgemöglichkeiten, die Rolle der Medien in der Jugendkultur bis zu der Frage: Wer ist verantwortlich für die Bildung der Kinder und Jugendlichen beim Thema richtiger Umgang mit Medien?

Die Besucher der Diskussion hatten im Anschluss die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Eine Frage war zum Beispiel: "Wir als Eltern haben es zu tun mit einer Megaindustrie. Ich frage mich, wer ist daran interessiert, dass wir ausreichend informiert sind?" Tatsächlich kam in der Diskussion zur Sprache, dass es besonders wichtig sei, zu wissen, wie Spiele entwickelt werden, welche psychologischen Belohnungssysteme bei den Spielenden angesprochen werden. Es war Konsens, dass hier die Aufklärung und Schulung im Umgang mit Medien und Spielen ansetzten sollten, die gemeinsam von Eltern, Schule und Gesellschaft getragen werden müssten.

Auch nach der rund zweieinhalbstündigen Podiumsdiskussion blieben die Besucher noch, um bei Snacks und Getränken verschiedene Aspekte des Themas weiter zu vertiefen. Hier bot sich die Gelegenheit, mit begeisterten Videospielern und mit den Diskussionsteilnehmern im persönlichen Gespräch Fragen zu diskutieren.

Die Veranstalter vom Verein Schiller-LAN zeigten sich mit ihrer ersten Podiumsdiskussion sehr zufrieden. Ihre Erwartungen seien sogar übertroffen worden.

Weiterführende Informationen und individuelle Beratungsmöglichkeiten zum Thema Vorteile und Risiken unter: http://www.kindermedienland-bw.de