Bräunlingen/Löffingen

Olympia: Großer Empfang für Snowboardcrosserin Jana Fischer

Heidrun Simoneit

Von Heidrun Simoneit

So, 25. Februar 2018 um 15:08 Uhr

Bräunlingen

Mit Snowboards stehen sie Spalier für Jana Fischer: In ihrer Heimatstadt Bräunlingen haben die Menschen der Snowboardcrosserin vom Skiclub Löffingen einen rauschenden Empfang bereitet.

Der Abend, an dem Sportfans von der Baar der 18-jährigen Olympiateilnehmerin Jana Fischer in ihrer Heimatstadt Bräunlingen einen rauschenden Empfang bereiteten, wird wohl lange in schöner Erinnerung bleiben. Sportler und Kommunalpolitiker würdigten die Leistungen der Snowboardcrosserin, die in Pyeongchang die Namen der Städte Bräunlingen und Löffingen, für dessen Skiclub sie startet, in der Welt bekannt gemacht hat. Jana Fischer selbst trug sich im Lauf des Abends ins goldene Buch ihrer Heimatstadt ein.

Kinder malen sich Olympiaringe auf die Wangen

Kleine Kinder hatten sich farbige Olympiaringe auf die Wangen gemalt, positionierten sich strategisch günstig auf der dicht besetzten Treppe mit selbst gebastelten Willkommensplakaten und klapperten dazu mit ihren hölzernen Rasseln. Die vielen Mitglieder der Skiclubs aus Bräunlingen und Löffingen hatten sich mit ihren Skiern und Snowboards im Erdgeschoss des Bräunlinger Rathauses zu einem Spalier formiert, um der erfolgreichen Snowboardcosserin eine gebührende Kulisse zu bereiten.

Die junge Sportlerin hatte ihre Premiere in Pyeongchang mit dem 16. Rang beschlossen. Dabei hatte sie nach anfänglichen Schwierigkeiten ein starkes Kämpferherz gezeigt, sich extrem gesteigert. Auch überstand sie einen heftigen Sturz im zweiten Qualifikationslauf fast unverletzt und verpasste als Vierte ihres Viertelfinales in Südkorea nur knapp den Einzug ins Halbfinale.

Olympia-Rückblick auf Großleinwand

Diesen Weg konnten die Gäste im vollen Sitzungssaal eindrucksvoll miterleben. Auf einer Großleinwand verfolgten die Fans mit Spannung noch einmal ihre drei Läufe, auch den Sturz. "Hat das weh getan?", wollte ein kleiner Besucher später von ihr erfahren. Die Snowboardcrosserin entwarnte: Ihr Helm habe zwar ein paar Dellen gehabt, aber sonst sei trotz Nasenbluten alles gut verlaufen.

Bräunlingens Bürgermeister Michael Bächle würdigte die bedeutende sportliche Leistung, die Jana Fischer mit ihrem Auftritt in Pyeongchang auch für die heimische Region erbracht habe. Sie sei die erste Olympionikin in der Geschichte der Stadt und gleichzeitig die jüngste Teilnehmerin der Schwarzwälder Skigeschichte. Die Wintersportart Snowboardcross mit ihren gewagten, schnellen Abfahrten voller Herausforderungen sei sicher für viele Bräunlinger und Löffinger Neuland gewesen. Das habe Jana Fischer nun geändert. "Es braucht schon sehr viel Mut, Ausdauer und Geschick in dieser Disziplin", würdigte Micha Bächle.

Immer gutes Essen im Deutschen Haus

Auch der SC Löffingen (SCL) ist megastolz auf Jana Fischer.: Man habe als Verein ihre Rennen intensiv verfolgt, erklärte Uwe Streit, der Vorsitzende des SCL. Er wollte von Jana aber auch wissen, wie sie im olympischen Dorf gelebt hat: "Wie war es im Deutschen Haus? Konntest du andere Sportler treffen?", fragte er etwa. Das olympische Dorf sei wohl noch nicht ganz so fertig gewesen, witzelte Jana Fischer. Trotzdem alles cool. Besonders beeindruckt sei sie von der gigantischen Eröffnungsfeier gewesen, und im Deutschen Haus, dem traditionellen Treffpunkt der Funktionäre, Sportler und Medienvertreter, habe es die ganze Zeit über sehr gutes Essen gegeben.

Auch Walter Keßler, Bürgermeisterstellvertreter in Löffingen, gratulierte der Olympiadebütantin: "Sie haben den Namen der Stadt Löffingen in die Welt hinausgetragen." Jetzt solle ihr nächstes Ziel sein, den Namen der Baarstadt 2022 auch in Peking bekanntzumachen. Das habe sie sich fest vorgenommen, versprach die Crosserin.

Zuvor wolle sie, wie sie sagt, erst einmal eine weitere Hürde meistern: das Abitur. Ihre Schulbücher seien während der olympischen Winterspiele in Pyeongchang aus dem Koffer nämlich nicht herausgekommen.