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28. Januar 2013

Die Weinlese 2013 hat begonnen

Zeller Abtsberg-Winzer ernten am Samstag bei minus fünf Grad eine Beerenauslese.

  1. Bei minus fünf Grad wurde der letzte 2012er gelesen. Foto: pr

OFFENBURG-ZELL-WEIERBACH (BZ). So was gibt es auch nicht alle Tage: dass im Januar noch Trauben aus dem Vorjahr gelesen und diese dann auch zu jenem Jahrgang gerechnet werden. Am Samstag war das in den Reben rings um Zell-Weierbach der Fall. Mit einer Klingelberger-Beerenauslese, die 145 Grad Öchsle auf die Mostwaage brachte, wurde damit am Samstag die Weinlese 2012 in der Ortenau beendet. Es war sozusagen der erste Wein, der 2013 gelesen wurde. Im Riedle, im Gewann "Schmitte Brünnle", wurden um 8 Uhr bei minus fünf Grad auf einem Rebstück von Daniel Willmann zwölf Ar geerntet.

"Wir sind wohl die einzigen in der Ortenau, die im Januar noch Trauben gelesen haben", sagte Geschäftsführer Jochen Basler nach Abschluss der Arbeit im Weinberg. Kellermeister Christian Idelhauser und rund zehn Erntehelfer freuten sich über 350 Liter beste Beerenauslese, die aus rund 1000 Kilogramm Trauben gewonnen wurde. Ab 128 Grad Öchsle darf von einer Beerenauslese gesprochen werden. Damit vervollständigen die Zeller Abtsberg Winzer ihr Spezialitäten-Sortiment um eine weitere Rarität.

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Denn bereits im Dezember – weit nach der Hauptlese – waren rund 300 Liter Grauburgunder-Eiswein und etwa 400 Liter Riesling-Eiswein gelesen worden – bei noch tieferen Temperaturen. Bei einer Eisweinlese muss das Thermometer mindestens sieben Grad minus zeigen. Kellermeister Christian Idelhauser wollte angesichts der für diese Woche angekündigten wärmeren Temperaturen nicht länger zuwarten, und also ging’s in die Weinberge.

Bewusst hatten die Winzer Trauben in fünf Parzellen hängen lassen, um das Raritäten-Regal neu bestücken zu können. "Denn mit den Edelsüßen sind wir so gut wie ausverkauft", betonte Basler die gute Nachfrage nach edelsüßen Weinen.

Weil das Thema "Wein und Schokolade" in einschlägigen Kreisen innerhalb des Weinbauverbandes zuletzt immer stärker thematisiert wurde, auch auf der Badischen Weinmesse in Offenburg, haben viele dieser Edelsüßen einen neuen Aufschwung erlebt. Ohnehin gelten die edelsüßen Weine als deutsche Spezialität. "International hat Deutschland da einen besonders guten Namen", weiß Jochen Basler. Gerade aus Asien würden diese Weine immer stärker nachgefragt. Wenngleich in vergleichsweise kleiner Menge, so liefere man doch gerade von diesen Spezialitäten auch nach Hongkong, wo für die Zeller Abtsberg-Winzer und die Mitglieder der Gengenbacher Genossenschaft ein Händler tätig ist.

Der Klingelberger war die vergangenen Monate in Folie eingepackt – auch damit keine Vögel den Winzern zuvorkämen. Die Freunde derartiger Tropfen dürfen sich also auf einen Jahrgang 2012, gelesen in 2013, freuen. Frühestens im kommenden September werden die Edelsüßen am Markt sein.

Autor: bz