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30. Dezember 2008 08:52 Uhr
Keine deutschen Kracher ins Elsass
Die französischen Nachbarn können Böller nur am Silvestertag und dann auch nur sehr eingeschränkt erwerben. Damit sie sich nicht stattdessen in Deutschland eindecken, hat die französische Polizei massive Kontrollen angekündigt.
120 Beamte stehen allein im Unterelsass an den Grenzübergängen, um die Einfuhr von in der Ortenau gekauften Böllern zu unterbinden.
Das ist bereits im vergangenen Jahr mit Erfolg geschehen: Mehr als eine halbe Tonne Feuerwerk beschlagnahmten Polizei, Zoll und Gendarmerie im Dezember 2007. In diesem Jahr sollte es weniger sein, sagte der stellvertretende Chef der Polizei in Straßburg, Thierry Hartmann, gestern in Kehl: "Die Menschen haben sich jetzt hoffentlich an diese Regelung gewöhnt." Gemeinsam mit dem Ortenauer Polizeichef Reinhard Renter kündigte er an, dass auch in diesem Jahr wieder Präventionsstreifen in Kehl und Offenburg unterwegs sein werden. Die Beamten aus Deutschland und Frankreich sollen bereits an den Verkaufsstellen auf das Verbot hinweisen. 2007 Jahr hatten diese Streifen einen angenehmen Nebeneffekt: "Die Zahl der Ladendiebstähle ist drastisch zurückgegangen", sagt Renter.
Mitten im Eurodistrikt setzt die Polizei mit diesen Kontrollen den kleinen Grenzverkehr zwischen der Ortenau und dem Elsass zumindest teilweise außer Kraft. Denn es gilt nicht nur ein "Exportverbot" für deutsche Böller nach Frankreich. Erhebliche Einschränkungen gelten auch in umgekehrter Richtung. In Frankreich gekauftes Feuerwerk darf in Deutschland nur abgebrannt werden, wenn es mit einem "BAM"-Stempel gekennzeichnet ist. Damit wird dokumentiert, dass die Bundesanstalt für Materialforschung den Feuerwerkskörper für unbedenklich befunden hat. Doch dass es in dieser Richtung Probleme geben wird, dürfte der Ausnahmefall bleiben. In Deutschland ist das Feuerwerk nicht nur meist billiger, sondern auch spektakulärer.
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Es ist ein elsässisches, kein französisches Problem. Das Feuerwerk zu Silvester ist im Übrigen Frankreich eher unüblich. Nicht aber bei unseren unmittelbaren Nachbarn. Dort wurde immer nach Kräften geböllert. Das hatte leider dramatische Folgen: 2005 mussten im Unterelsass 100 Menschen mit Verletzungen durch Böller oder Raketen ins Krankenhaus eingeliefert werden, ein Jahr später waren es 88. Im vergangenen Jahr, als der Verkauf der Böller zum ersten Mal eingeschränkt war, sank die Zahl der Verletzten auf 24, sagt Thierry Hartmann. Gendarmerie, Polizei und Zoll hatte nahezu 600 Kilogramm Feuerwerk beschlagnahmt und vernichten lassen. Dazu kamen zahlreiche Ermittlungsverfahren. Je nach Menge der eingeführten Knallkörper drohen empfindliche Geldstrafen, im Extremfall bis zu fünf Jahre Gefängnis.
Was die Straßburger Polizei nicht laut sagt: Auch bei den offenbar unvermeidlichen Silvesterkrawallen in Straßburg haben Feuerwerkskörper zuletzt eine Rolle gespielt. Immer wieder waren Beamte mit Böllern beworfen worden. Auch hier hofft man, dem Problem zumindest die Spitze zu nehmen.
Die Polizeidirektion Offenburg zieht mit den französischen Kollegen an einem Strang und setzt mit den gemeinsamen Streifen vor allem auf Prävention: "Wir hatten ein positives Echo aus der Bevölkerung, und deshalb werden wir weitermachen so lange sich die Gesetzeslage nicht ändert." Allerdings habe man in diesem Jahr auf die Streifen in Lahr und in Achern verzichtet: Das habe sich als unnötig erwiesen, so Renter.
Autor: ddn
