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27. Mai 2012 10:44 Uhr

Eurovision Song Contest

Euphorie für "Euphoria": Schwedin Loreen gewinnt ESC

Überlegen gewinnt die Schwedin Loreen mit ihrem Song "Euphoria" den 57. Eurovision Song Contest in Baku. Auf den Plätzen folgen ihr Russland und Serbien, Roman Lob schafft einen guten achten Rang.

  1. Die Schwedin Loreen gewinnt mit ihrem Song „Euphoria“ den 57. Eurovision Song Contest in Baku. Foto: dapd

  2. Roman Lob, der Deutsche Wettbewerbskandidat, schaffte einen guten achten Rang in Baku. Foto: AFP

  3. Zeljko Joksimovic aus Serbien wird Dritter beim Eurovision Song Contest 2012. Foto: AFP

Während der Proben in der Bakuer Crystal Hall wirkte die Inszenierung ihres Liedes "Euphoria" noch viel zu dunkel. Zum Finale des 57. Eurovision Song Contest wurde die Aufführung auf ihr Geheiß in ein warmes Hintergrundblau getaucht, und jetzt sah die Schwedin Laureen wirklich aus wie aus einem Märchen, in dem sie zur großen Freude aufbrechen möchte.

Mit "Euphoria" gelang ihr das nun auch tatsächlich. Loreen, deren Eltern aus Marokko nach Skandinavien auswanderten, siegte haushoch mit 372 Punkten und erhielt damit fast so viele, wie vor drei Jahren der Norweger Alexander Rybak; mehr als Lena vor zwei Jahren, die ihren Sieg mit 246 Zählern errang.

Diese Siegerin war der eurovisionäre Konsens schlechthin; aus 18 Ländern erhielt sie die volle Punktzahl (12), nur Italien geizte und übersah sie völlig. Auf dem zweiten Platz landeten die "Buranowskije Babuschki", die Großmütterchen aus Russland, die für ihren etwas makaber-trivialen Discosong "Party for Everybody" 259 Punkte erhielten. Dritter wurde der Serbe Zeljko Joksimovic (214). Auf den weiteren Rängen folgten Aserbaidschan (150), Albanien (146), Estland (120) und die Türkei (112). Auf dem achten Platz schließlich fand sich der deutsche Kandidat Roman Lob wieder, der immerhin 110 Punkte zuerkannt bekam.

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Die Italienerin Nina Zilli, die den neunten Rang belegte, lag schließlich vor der Spanierin Pastora Soler. Die rote Laterne bekam der Norweger Tooji verpasst. Sein Auftritt im Kapuzenpullover überzeugte lediglich mäßig, sieben Zähler sind freilich mehr als beschämende null Punkte, die er seinem Land ersparte. Überraschend belegte der Brite Engelbert Humperdinck, 76 Jahre, mit der coolen Nummer "Love Will Set You Free" nur den vorletzten Platz. Obwohl seinem Lied im Vorfeld dieses Popfestivals mit das größte kommerzielle Potential attestiert wurde, eignete es sich offenbar nicht für einen Abend unter Wettbewerbs- und Abstimmungsbedingungen.

Die Veranstalter, das aserbaidschanische Fernsehen von Ictimai TV im Auftrag der European Broadcasting Union (EBU), die sich die Show von der deutschen TV-Firma Brainpool produzieren ließ, können mit dem Abend zufrieden sein.Der EBU zufolge guckten 125 Millionen Menschen in 46 Ländern die Show.

Roman Lob zeigte sich nach seinem Auftritt erleichtert, ja, glücklich. Achter Platz – "das ist mehr, als ich selbst dachte, und so ist das toll für mich und mein Land". Die Frage, ob er in der großen Bakuer Arena mehr Lampenfieber verspürte als bei seinem Sieg bei "Unser Star für Baku" im Februar, beantwortete er verblüffend: "Nein ruhiger. Viel ruhiger." Er habe sich die ganzen Tage in Aserbaidschan in guter, ansteigender Form befunden.

Ob er wie Lena ein zweites Mal antreten werde, wollte er nicht beantworten. Wahrscheinlich ist das nicht: Lena Meyer-Landrut trat ja nur deshalb neuerlich als "Titelverteiderin" an, weil sie als Siegerin keinen Nimbus einzubüßen hatte.

Für Schweden war es der fünfte Sieg bei einem ESC – angefangen mit Abba 1974, gefolgt von den Herrey’s 1984, Carola 1991 und Charlotte Nilsson 1999. Loreen gehört in Schweden zur Riege der jungen Popstars. Nach Angaben von Christer Bjoerkman, Kopf des schwedischen ESC, war Loreen bereits bei ihrem Sieg in der Vorentscheidung im März in Stockholm der Beweis, dass mit schlageresker Ästhetik kein Blumenpott mehr zu gewinnen sei.

Der nächste ESC wird am 18. Mai 2013 in Stockholm stattfinden, in einer neu erbauten Fußballarena vor denn mutmaßlich 40.000 Hallenzuschauern.

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Autor: Jan Feddersen