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14. April 2014

Ein Geschenk für das Dorf

Erster Bauabschnitt der Batzenberghalle eingeweiht / Fritz Gutgsell soll Ehrenbürger werden.

  1. Foto: Tanja Bury

  2. Foto: Tanja Bury

  3. Einen Schlüssel aus Obstkuchen überreichte Architekt Klaus Wehrle (Bild rechts). Altbürgermeister Fritz Gutgsell wurde verspätet zum 70. Geburtstag gratuliert und der Handharmonikavereine sorgte für Musik. Foto: Tanja Bury

  4. Besondere Ehrung für besondere Leute: Karin Horst und Walter Schwaiberger bekamen von Bürgermeister Dieter Hahn die Landesehrennadel verliehen. Auch für die jeweiligen Partner gab es Geschenke. Foto: tanja Bury

PFAFFENWEILER. Feier-Tag im Schneckental: Gleich mehrere Anlässe wurden am Sonntag zu einem großen Fest in und um die Batzenberghalle zusammengefasst. So wurde zum einen der erste Bauabschnitt der Halle mit Foyer und Proberäumen eröffnet, zum anderen bekamen Karin Horst und Walter Schwaiberger die Landesehrennadel verliehen. Und es gab noch eine Überraschung: Bürgermeister Dieter Hahn verkündete, dass sein Vorgänger Fritz Gutgsell die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Pfaffenweiler erhalten wird.

Anfang April hatte der Altbürgermeister seinen 70. Geburtstag gefeiert und darum gebeten, dass auf öffentliche Gratulationen verzichtet wird. "Wir haben uns daran gehalten – bis heute", sagte Dieter Hahn und teilte mit, dass der Gemeinderat in seiner nicht öffentlichen Sitzung am vergangenen Mittwoch entschieden hat, Fritz Gutgsell zum Ehrenbürger der Gemeinde zu ernennen. Dies soll bei einem separaten Fest – ein Termin steht noch nicht fest – gefeiert werden. Als Vorgeschmack und verspätetes Geburtstagsgeschenk bekam Gutgsell einen Korb mit 24 Flaschen Pfaffenweiler Wein – für jedes Jahr seiner Amtszeit eine – plus einen Tropfen aus dem Jahr 1982, als er zum ersten Mal zum Bürgermeister gewählt wurde. Seinen Dank sprach auch der scheidende Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft, Alex Sautermeister, an Fritz Gutgsell aus. Dieser hat nun auch seinen Posten bei den Vorhockern aufgegeben: "Du hinterlässt eine große Lücke." Ein bewegter Fritz Gutgsell nahm Glückwünsche, Lob und Dank entgegen und versprach: "Ich bleibe weiter interessiert am Geschehen in meinem Heimatdorf und seinen Menschen immer verbunden."

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Zwei, die sich ebenfalls für die Gemeinde engagieren, sind Karin Horst von der Batzenberger Winzerkapelle und Walter Schwaiberger vom VfR Pfaffenweiler. Karin Horst kam 1973 zum Musikverein und war erst Schriftführerin und Kassiererin, bevor sie im Jahr 2000 zur Vorsitzenden der Winzerkapelle gewählt wurde. Ein Amt, das sie bis heute innehat und, wie Bürgermeister Dieter Hahn lobte, mit vollem Elan und viel Hingabe ausübt. "Sie ist die Seele der Batzenberger Winzerkapelle."

"In Pfaffenweiler herrscht

ein besonderer Gemeinsinn"

Als "Hans Dampf in allen Gassen" bezeichnete Hahn Walter Schwaiberger, der dem VfR Pfaffenweiler – mit rund 630 Mitgliedern der größte Verein der Gemeinde – seit 2007 vorsteht. Zuvor war Schwaiberger viele Jahre Jugendleiter und hat diese Abteilung neu strukturiert. Etliche, für den Verein wichtige Investitionen habe er in seiner Zeit als Vorsitzender vorangetrieben, die Krönung sei der Bau des Kunstrasenplatzes, der 2012 eingeweiht wurde, gewesen.

Es passte gut, dass die Vorsitzende der Batzenberger Winzerkapelle zusammen mit der Teileinweihung der Halle geehrt wurde. Denn der Musikverein ist zusammen mit dem Handharmonikaverein und dem Männergesangverein Nutznießer der neuen Proberäume im ausgebauten Obergeschoss der Halle. Startschuss zum Großumbau war im November 2012, was die Bürger – am Nachmittag hatten Gemeinde und Vereine zum Tag der offenen Tür geladen – eineinhalb Jahre später zu sehen bekamen, übertraf so manche Erwartung. Hell und modern zeigt sich die neue Batzenberghalle, jeder der Nutzungsbereiche hat seinen eigenen Zugang und das Foyer mit Platz für rund 90 Leute ist durch die große Medienwand und die Theke aus Holz und Pfaffenweiler Stein zu einem stilvollen Entree geworden. Die großzügigen Proberäume sind nicht nur mit Akustikdecken, sondern auch -schränken ausgestattet. 4000 Löcher, so Bürgermeister Hahn, in nur einer Schranktür sorgen dafür, dass der Schall geschluckt wird, was das Proben nun so angenehmen macht. Die Freude über ihr neues Domizil war den Vereinsmitgliedern – Handharmonikaverein und Winzerkapelle sorgten bei der Feierstunde für Musik – denn auch ins Gesicht geschrieben. Um den Nachbarn gerecht zu werden, wurden Schallschutzfenster eingebaut, die nicht geöffnet werden können. Für frische Luft in den Räumen sorgt eine Lüftungsanlage.

Bürgermeister Hahns Dank galt allen, die sich konstruktiv und kreativ in den Bau mit eingebracht haben, allen voran dem Planungsbüro Carré aus Gutach und den Mitarbeitern des örtlichen Bauhofs: "Wir hätten es nicht geschafft, wenn nicht alle mit Begeisterung dabei gewesen wären." Die neue Halle sei ein Geschenk für die Dorfgemeinschaft und Anerkennung des großen ehrenamtlichen Engagements Vieler im Ort.

Ein süßes Geschenk überreichte Klaus Wehrle von Carré: eine Fruchttorte in Form eines großen Schlüssels. Er lobte das gute Miteinander während der Bauphase und ließ wissen, dass die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt wohl schon im Juli statt erst im September beendet werden können. In Pfaffenweiler, so der Architekt, "herrscht ein besonderer Gemeinsinn, das hat mich sehr begeistert."

Autor: Tanja Bury