Wohnungsbau

Im Quartier Neuburg sollen 100 neue Wohnungen gebaut werden - doch die Planungen sind langwierig

Frank Zimmermann

Von Frank Zimmermann

Mi, 08. März 2017

Freiburg

An dem Entwurf der Freiburger Treubau für Neubauten zwischen Karl- und Deutschordensstraße gab es Kritik vom Gestaltungsbeirat. Jetzt wurde nachgebessert, im Herbst soll mit dem Bau begonnen werden.

HERDERN. Das Pflegeheim "Haus Heiliggeist" an der Johanniterstraße ist bereits im Bau. Auf dem Rest des 11 000-Quadratmeter-Areals zwischen Karl- und Deutschordensstraße wird die Freiburger Treubau AG Wohnungen bauen. Doch die Planungsphase verläuft schleppend – nach Kritik des Gestaltungsbeirats hat die Treubau in Abstimmung mit der Stiftungsverwaltung das Konzept in den vergangenen zehn Monaten nochmals stark überarbeitet. Nun soll im Herbst mit dem Bau von 105 Wohnungen begonnen werden.

Anfang 2016 war das rund 40 Jahre alte Pflegeheim der Heiliggeistspitalstiftung, dessen Sanierung nicht mehr lohnte, ebenso abgerissen worden wie der Verwaltungssitz der Stiftungsverwaltung an der Deutschordensstraße. Für das Heim lässt die Heiliggeistspitalstiftung derzeit an der Johanniterstraße Ersatz bauen. Die neue, dreigeschossige Alteneinrichtung mit 71 Pflegeplätzen und acht Seniorenwohnungen soll in gut einem Jahr eröffnet werden (die BZ berichtete). Auf den restlichen 6200 Quadratmetern an der Deutschordens- und Karlstraße sollen Wohnungen entstehen. Dafür war ein Ideenwettbewerb ausgerufen worden, an dem 14 Büros teilnahmen. Anfang 2013 stand der Sieger fest: ein gemeinsamer Entwurf der Architekturbüros "Drei Architekten" (Stuttgart) und "Wolf Sedat Architekten" (Weikersheim). Ihr Entwurf sah 70 Wohnungen in zwei Gebäuden mit fünf und sechs Etagen vor.

Danach entwickelten die siegreichen Architekten "in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt und der Stiftungsverwaltung" ihren Entwurf weiter, so Stiftungsarchitekt Peter Mölbert. Offenbar hatte ein Kritikpunkt in der Jury-Begründung diese Weiterentwicklung veranlasst: Die Raumkanten der beiden Wohngebäude seien zu weit von der Karl- und der Deutschordensstraße entfernt. Dieser überarbeitete Entwurf war dann Ausgangspunkt für ein Bieterverfahren, an dessen Ende die Treubau den Zuschlag erhielt. Die ist seitdem am Planen des innenstadtnahen Filetgrundstücks in Erbpacht. Die jährlichen Erträge sollen der in der Kinder- und Jugendhilfe tätigen Waisenhausstiftung zugute kommen.

Groß war im Mai 2016 die Aufregung im Gestaltungsbeirat, als die Treubau den ihrerseits überarbeiteten – dritten – Entwurf präsentierte: Sie hatte aus zwei Gebäuden vier kleinere mit insgesamt 90 Wohnungen gemacht, die u-förmig, mit der Öffnung zum Pflegeheim hin, angelegt werden sollten. Die Aufregung von Beiratsmitglied Tobias Wulf rührte daher, dass der Treubau-Entwurf mit dem Siegerentwurf des Ideenwettbewerbs nichts mehr zu tun hatte (Wulf war zufällig auch 2013 Juryvorsitzender gewesen). "Warum hatte man dann überhaupt einen Wettbewerb gemacht?", fragte Architekt Wulf. Bei der Treubau war man verblüfft darüber, da man gar nicht vom Wettbewerbssieger, sondern von der danach veränderten Version ausgegangen war.

Aus anfänglich zwei wurden vier Häuser – und nun drei

Nichtsdestotrotz machte sich die Treubau erneut ans Werk. Das Ergebnis: Man kehrte nicht zu den anfänglichen zwei großen Gebäuden zurück, sondern hat nun aus vier Flachdachhäusern drei gemacht, ein fünfgeschossiges, quadratisches Haus an der Karlstraße, ein rechteckiger sechsgeschossiger Riegel an der Deutschordensstraße und westlich davon ein weiterer, senkrecht dazu gestellter Rechteckbau mit sechs Etagen. In der Mitte dieses Gebäudekomplexes ist eine grüne Mitte mit Bäumen vorgesehen.

105 Eigentumswohnungen in allen Größen sieht die neue Planung vor, wobei der Schwerpunkt auf Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen liegt. Die Gesamtwohnfläche (7800 Quadratmeter) sei gegenüber dem Entwurf vom vergangenen Jahr trotz Zuwachs an Wohnungen gleich geblieben, sagt Treubau-Vorstand Bernd Rösch. Er betont, dass die neue Variante im Einvernehmen mit allen Beteiligten entstanden sei. Dem Gestaltungsbeirat wolle man diesen vierten Entwurf allerdings nicht noch einmal vorlegen. Baubeginn soll im Herbst 2017 sein, die ersten Wohnungen können dann voraussichtlich im Frühjahr 2019 bezogen werden.

Die Treubau will die Wohnungen je nach Größe und Stockwerk für 4000 bis 5000 Euro pro Quadratmeter anbieten. Das "Forum Neuburg" spricht sich für kleinere und niedrigere, im Idealfall dreigeschossige Gebäude mit Satteldächern aus. Es wird wohl beim Wunsch bleiben.

Vortrag von Bertram Jenisch vom Landesamt für Denkmalpflege über die archäologischen Funde auf dem Areal am Mittwoch, 15. März, 20 Uhr, Gemeindesaal der Ludwigsgemeinde, Starkenstraße 8. Eintritt frei.