Synchron zum EM-Gold

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Von dpa

Do, 09. August 2018

Schwimmsport

Tina Punzel und Lou Massenberg machen auf sich aufmerksam / Zwei Medaillen im Zeitfahren.

GLASGOW (dpa/BZ). Tina Punzel und Lou Massenberg haben EM-Gold im Mixed-Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett gewonnen. Die 23 Jahre alte Dresdnerin und der erst 17-jährige Berliner kamen im Royal Commonwealth Pool in Edinburgh auf 313,50 Punkte. Silber ging an Ross Haslam und Grace Reid aus Großbritannien (308,67), Bronze sicherten sich die Ukrainer Viktorija Kesar und Stanislaw Oliferschyck (291,81).

Freistilschwimmer Florian Wellbrock hat EM-Bronze über 800 Meter gewonnen. Der 20-Jährige schlug in Glasgow nach deutscher Rekordzeit von 7:45,60 Minuten an und musste sich nur dem Sieger Michailo Romantschuk aus der Ukraine (7:42,96) und dem Italiener Gregorio Paltrinieri (7:45,12), der Silber holte, geschlagen geben. Für Wellbrock war es bereits die zweite Medaille bei den EM. Am Sonntag hatte der Magdeburger über 1500 Meter Gold geholt.

Maximilian Schachmann überraschte sich selbst, Trixi Worrack schlug überwältigt die Hände vors Gesicht. Im strömenden Regen haben die beiden lange verletzten deutschen Rad-Asse beim Zeitfahren von Glasgow den widrigen Bedingungen getrotzt und jeweils Bronzemedaillen bei der EM geholt. "Ich bin nach dem Trainingslager gar nicht mit ganz so hohen Erwartungen hier angereist, weil die Höhepunkte ja erst im zweiten Teil der Saison liegen", sagte der 24 Jahre alte Giro-Etappensieger Schachmann und musste vor der Siegerehrung erst einmal die klitschnassen Klamotten wechseln. Das Talent räumte ein, auf der glitschigen Fahrbahn des 45,7-Kilometer-Stadtkurses das letzte Risiko gescheut zu haben.

Vor genau einem Jahr war Schachmann bei den Polen-Rundfahrt schwer gestürzt, so dass seine Karriere nach einer Fersen-Operation am seidenen Faden hing. "Die Prognosen sahen nicht gut aus", erinnerte er sich. In 54:06 Minuten musste er sich nur Titelverteidiger Victor Campenaerts (53:38/Belgien) und Jonathan Castroviejo (Spanien) geschlagen geben. Die beiden trennten nur 0,63 Sekunden.

Gut zwei Stunden zuvor hatte die 36 Jahre alte Trixi Worrack mit ihrem dritten Rang für eine Überraschung und eines der schönsten Sport-Comebacks gesorgt: 2016 war sie so schwer gestürzt, dass ihr bei einer Notoperation eine Niere entfernt werden musste. Doch ans Aufhören dachte sie nie. In 42:48 Minuten musste Trixi Worrack nur den Niederländerinnen Ellen van Dijk (41:39) und Anna van der Breggen (41:41) den Vortritt lassen.

Nach 111 von 187 Wettbewerben der European Championships führt im Medaillenspiegel Russland (21 Gold/12 Silber/11 Bronze) vor Großbritannien (15/12/11) und die Niederlande (10/10/9). Deutschland (8/11/13) ist Sechster.