Am Auto richtig Druck machen

Hanne Schweitzer (SP-X)

Von Hanne Schweitzer (SP-X)

Sa, 09. Juni 2018

Auto & Mobilität

BZ-RATGEBER: Autofahrer sollten den Luftdruck der Reifen am Fahrzeug regelmäßig kontrollieren.

Viele Autofahrer kontrollieren den Luftdruck ihrer Reifen, wenn überhaupt, nur sporadisch. Dabei lässt sich hier recht einfach Geld sparen. Zudem erhöht der richtige Reifendruck die Sicherheit. Daher ist der regelmäßige Check des Luftdrucks wichtig, am besten bei jedem zweiten Tankstopp.

Mit zu niedrigem Luftdruck unterwegs zu sein, kann nicht nur gefährlich werden, sondern ist auch teuer: Schon bei 0,2 bar geringerem als empfohlenem Luftdruck verschleißt der Pneu zehn Prozent schneller, hat der Reifenhersteller Continental ausgerechnet. Außerdem braucht das Auto im Durchschnitt bis zu ein Prozent mehr Sprit auf 100 Kilometer. Bei 0,6 bar zu wenig ist der Verschleiß fast doppelt so hoch wie mit richtigem Druck: Eine 45 Prozent geringere Lebensdauer und ein bis zu vier Prozent höherer Verbrauch sind so zu erwarten.

Hinzu kommt die größere Unfallgefahr, sagen Experten. Reifen mit falschem Druck wirken sich den Angaben zufolge negativ auf Bremsweg und Fahrstabilität aus.

Empfohlen wird daher ein regelmäßiger Luftdruck-Check für alle Reifen, sagt Hans-Georg Marmit, Kfz-Experte der Sachverständigen-Organisation KÜS. Am besten an jedem zweiten Tankstopp – mindestens einmal pro Monat, besser noch alle zwei Wochen. Dabei sollte man sich an den vom Autohersteller vorgegebenen Reifendruckwerten orientieren. Meist gibt es einen entsprechenden Hinweis auf einer Plakette in der Türfalz (Fahrertür B-Säule), auf der Innenseite des Tankdeckels oder im Handbuch des Fahrzeugs.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich beim Reifenhersteller eine Empfehlung des Reifenmodells für das jeweilige Automodell einholen. Hier gibt es einige Reifenhersteller, die entsprechende Informationen auch im Internet zur Verfügung stellen.

Grundsätzlich sollte man den Luftdruck bei kalten Reifen messen. Wer sozusagen direkt von der linken Autobahnbahnspur ans Luftdruckmessgerät fährt, sollte angesichts der dann vermutlich warmen Reifen 0,2 bis 0,3 bar mehr als empfohlen draufgeben. Man muss den empfohlenen Wert übrigens nicht sklavisch übernehmen, denn unter Umständen kann eine kleine Abweichung nach oben durchaus sinnvoll sein, erklärt Marmit. Wer besonders spritsparend fahren will, kann den Luftdruck leicht erhöhen. Dadurch verringert sich der Rollwiderstand. Wer voll beladen oder auf der Autobahn oft mit hoher Dauergeschwindigkeit unterwegs ist, sollte ebenfalls einen um 0,2 bar höheren Luftdruck einstellen.

Dass Handlungsbedarf besteht, zeigt eine Studie des Deutschen Verkehrssicherheitsrates. Demnach sind ein Drittel aller Autofahrer mit falschem Luftdruck unterwegs.