Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

17. September 2011

Winken statt drücken

Innovative Bediensysteme im Auto ersetzen zusätzliche Schalter und Tasten.

  1. Ein Wink genügt: Continental arbeitet an einer Gestensteuerung, mit der sich Bilder berührungslos von einem Display auf ein anderes verschieben lassen. Foto: continental/dpa

Smartphones und Tablet-Computer machen es vor: Man kann im Internet surfen, Musik abspielen, tausende Programme nutzen – und braucht dafür nicht mal ein halbes Dutzend Knöpfe oder Tasten. Das ist ein Ideal der Autoentwickler. Denn die vielen neuen Funktionen im Auto sollen nicht dazu führen, dass es immer mehr Schalter gibt.

"Wir experimentieren mit vielen neuen Bediensystemen, die zusätzliche Funktionen im Auto einfach und elegant erschließen", sagt Bharat Balasubramanian, Leiter der Direktion Produktinnovationen bei Mercedes. "Auch wenn das noch so simpel ist, können wir solche Lösungen nicht einfach ins Auto übernehmen." Die größte Hürde sei der Fahrer: "Der muss sich auf die Straße und den Verkehr konzentrieren, und kann nicht sekundenlang einen Touchscreen studieren."

Doch das Minimieren der Knöpfe schreitet voran, und schon heute können in zahlreichen Autos viele Funktionen ohne Schalter, Taster oder Drehräder aktiviert werden. Die Sprachsteuerung gibt es mittlerweile bis hinunter in die Kompaktklasse. Sie versteht ganze Wörter, Zahlenreihen oder teilweise auch vollständige Sätze. Berührungsempfindliche Bildschirme sind bei Navigations- und Infotainmentsystemen fast die Regel. Bei Audi können sie sogar Handschriften erkennen: Auf der Mittelkonsole des A8 gibt es ein Sensorfeld, auf dem Naviziele mit dem Zeigefinger buchstabiert werden können. Auch konventionelle Funktionen im Auto lassen sich ohne Schalter steuern: Das Handschuhfach im Jaguar XF zum Beispiel hat einen Sensor statt Griff oder Taste: Führt man die Hand in die Nähe dieses Feldes, öffnet die Klappe wie von Geisterhand.

Werbung


Sensoren werden wohl in Zukunft noch so manchen Knopf oder Griff im Auto ablösen. Der Zulieferer Continental etwa hat virtuelle Schalter entwickelt. Sie reagieren auf ein einfaches Winken und verschieben dann beispielsweise die Karte des Navis. Ähnliche Ansätze verfolgt Mercedes-Forscher Balasubramanian, der Gestensteuerung für zahlreiche Fahrzeugfunktionen nutzen möchte: "Wenn man die Hand Richtung Deckenlampe bewegt, könnte das Licht angehen. Wenn man über die Scheibe streicht, könnte sich die Scheibe öffnen", erklärt er seine Ideen. Es werde aber noch ein paar Jahre dauern, bis die Technik ausgereift sei.

Autor: Thomas Geiger (dpa)