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01. Oktober 2010

Bafög

Geld vom Staat fürs Studium

Das Bafög soll jedem die Chance auf eine hochwertige Ausbildung eröffnen / Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Was bedeutet Bafög eigentlich?
Bafög steht für Bundesausbildungsförderungsgesetz und ist dazu gedacht, auch Kindern aus einkommensschwächeren Familien eine möglichst hochwertige Ausbildung zu ermöglichen. Gefördert werden Ausbildungen und Studiengänge an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule. Die Studierenden bekommen die Förderung in Form eines zinslosen Darlehens. Studierende sowie Auszubildende an höheren Fachschulen und Akademien erhalten die Förderung grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen. Schüler erhalten die Förderung als Vollzuschuss, müssen sie also nicht zurückzahlen.

Werden auch
Teilzeitstudierende gefördert?

Nein. Das Studium muss die Hauptbeschäftigung sein, egal ob es als Fern- oder Präsenzstudium betrieben wird.

Wann sollte der Antrag
gestellt werden?

Möglichst schnell. Gezahlt wird von dem Monat an, in dem der Antrag gestellt wird. Der Bewilligungszeitraum beträgt in der Regel ein Jahr, an dessen Ende ein Wiederholungsantrag gestellt werden muss. Wegen der Bearbeitungszeiträume empfiehlt es sich, die Anträge jeweils ein bis zwei Monate vorher zu stellen.

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Wie bemisst sich die Förderhöhe?
In der Praxis hängt das Bafög entscheidend vom Einkommen der Eltern ab. In der Regel wird Bafög gewährt, wenn die Eltern weniger als 33 000 Euro netto im Jahr zur Verfügung haben. Was jedoch als Nettoeinkommen berechnet wird, ist von vielerlei Faktoren abhängig. Deswegen gilt grundsätzlich, dass auf jeden Fall ein Antrag gestellt werden sollte, vorausgesetzt, ein Antragsteller hat nicht mehr als 5200 Euro auf dem Konto – dann gibt es nichts.

Gibt es elternunabhängiges Bafög?
Ja, aber dazu müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Eine dieser Voraussetzungen ist, dass man vor Beginn der Ausbildung, aber nach Vollendung des 18. Lebensjahrs bereits sechs Jahre erwerbstätig war. Oder man hat beispielsweise eine dreijährige Ausbildung hinter sich und war dann drei Jahre erwerbstätig.

Wie viel darf ein Bafög-Empfänger
nebenher verdienen?

Studenten ohne Kind können über Ferien- und andere Nebenjobs 400 Euro pro Monat verdienen, also 4800 Euro im Jahr, ohne dass das Bafög gekürzt wird. Wer mehr verdient, verliert nicht seinen Anspruch an sich, sondern bekommt eben weniger Bafög.

Was gilt für Bafög-Empfänger
mit Kindern?

Falls sich der oder die Bafög-Empfänger in der Kindeserziehung befindet, hat er oder sie Anspruch auf einen Kinderbetreuungszuschlag, der nicht zurückbezahlt werden muss. Dieser beträgt maximal 113 Euro im Monat zuzüglich zum errechneten Bafög. Dies gilt für Kinder unter zehn Jahren. Für jedes weitere Kind beläuft sich der Zuschuss auf 85 Euro.

Lohnen sich Tricksereien?
Davon ist grundsätzlich abzuraten! Seit 2004 gleichen die Bafög-Ämter die Daten automatisch mit dem Finanzamt ab. Im Extremfall drohen Vorstrafen, was Juristen oder angehende Lehrer die Berufsberechtigung kosten kann.

Kann das Bafög
Hartz-IV-Leistungen einschränken?
Ja, das Bundesverfassungsgericht entschied im Juli mit der Ausnahme einer Pauschale für ausbildungsbestimmte Kosten, dass Bafög-Leistungen auf Hartz-IV-Bezüge angerechnet werden.

Wird Bafög auch
im Ausland gewährt?

Wer einen Anspruch auf Bafög Förderung hat, kann sich auch im Ausland fördern lassen. Die Höhe der Zahlungen unterscheidet sich nicht. Außerhalb der EU wird der Anspruch lediglich für ein Jahr gewährt. Innerhalb der EU gibt es keine Unterschiede mehr; die Förderung kann genauso lange wie in Deutschland bezogen werden. Allerdings müssen die Ausbildungen gleichwertig zu heimischen Angeboten sein. Ob Gleichwertigkeit vorliegt, prüft im Endeffekt immer das Bafög- Amt selbst. Deswegen sollte hier möglichst frühzeitig Kontakt aufgenommen werden.

Weiterführende Informationen:http://www.studentenwerke.de/main/   default.asp?id=03100 – http://www.das-neue-bafoeg.de – Formblätter unter   http://www.das-neue-bafoeg.de/de/373.php – Merkblätter (auch zu Detailfragen), die   ständig an die aktuelle Rechtsprechung   angepasst werden unter:   http://www.das-neue-bafoeg.de/de/184.php

Autor: Dominik Haubner