Gemüseernte in der Antarktis

dpa/BZ

Von dpa & BZ-Redaktion

Sa, 15. September 2018

Bildung & Wissen

Polarstation mit Gewächshaus.

Deutschlands südlichstes Gewächshaus steht seit Jahresbeginn in der Antarktis – neben der Forschungsstation Neumayer III. Die zehnköpfige Crew kann kiloweise frisches Gemüse ernten: Tomaten, Salat und Gurken, worauf die Wissenschaftler bisher im Winter verzichten mussten. Bei den Paprikas allerdings ist die Ernte mehr als bescheiden, und Erdbeeren gab es gar keine. Die Pflanzen wachsen zwar, aber die künstliche Bestäubung bereitete Schwierigkeiten.

Eden-ISS nennt sich sinnigerweise das Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Südpol. Es soll nicht nur den Speiseplan der Mannschaft bereichern, sondern auch Erkenntnisse für künftige Missionen zum Mond und zum Mars liefern, wo die Astronauten auch autark leben müssen.

In dem gut isolierten Container mit einer Anbaufläche von dreizehn Quadratmetern gedeihen die Pflanzen bei Außentemperaturen bis zu minus 42 Grad ohne Erde, Tageslicht und Pestizide. Die notwendige Energie kommt von der 400 Meter entfernten Neumayer-Station. Insgesamt wurden bereits 183 Kilogramm Frischgemüse geerntet.

Für die Stimmung der Überwinterungscrew, die neun Monate isoliert in der Antarktis lebt, sei das Frischgemüse enorm wichtig, sagte Eberhard Kohlberg vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut, der für die Logistik vor Ort zuständig ist. Erst Anfang November kann die Forschungsstation wieder mit Waren beliefert werden. Für die Zukunft kann sich DLR-Projektleiter Daniel Schubert vorstellen, im Gewächshaus auch Trauben oder gar Äpfel zu züchten.