Menschen machen Beben

dpa

Von dpa

Sa, 07. Oktober 2017

Bildung & Wissen

Datenbank sammelt Vorfälle.

Erdbeben in Mexiko haben vor kurzem schwere Zerstörungen verursacht, hunderte Menschen starben. Diese Erdstöße hatten natürliche Ursachen. Aber auch der Mensch kann Beben auslösen: Bergbau und das Anlegen großer Stauseen sind die am häufigsten erfassten Ursachen für solche Ereignisse. Das geht aus einer Datenbank hervor, in der Forscher Berichte über solche Beben sammeln. In den vergangenen Jahren waren es vor allem Fracking-Vorhaben, die seismische Ereignisse ausgelöst haben, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Seismological Research Letters.

Meist verursachen menschengemachte Beben relativ geringe Erschütterungen. Aber es gibt auch Ausnahmen: Der Bau eines Stausees in China 2008 hatte ein Erdbeben der Stärke 7,9 hervorgerufen. In solchen Fällen sei allerdings meist schon eine erhebliche Spannung im Untergrund aufgestaut, die menschlichen Aktivitäten gäben nur den letzten Anstoß für das kräftige Beben, schreiben die Wissenschaftler um Miles Wilson von der britischen Durham Universität, die die frei zugängliche Datenbank "HiQuake" erstellt haben.

Derzeit sind etwa 730 Projekte, die seismische Aktivität ausgelöst haben, in der Datenbank erfasst. Für Deutschland sind bisher 29 Beben eingetragen, die meisten gehen auf Bergbau sowie konventionelle Öl- und Gasförderung zurück. Die Forscher nehmen an, dass die Zahl der Beben erheblich höher ist, die meisten jedoch kaum wahrgenommen oder mangels merklicher Auswirkungen gar nicht gemeldet würden. Auslöser seien auch Geothermiebohrungen, der Bau von Hochhäusern und die Explosion von Kernwaffen. Das Erfassen nicht-natürlicher Beben sei wichtig, um künftig potenzielle Gefahren besser abschätzen zu können, schreiben die Autoren.