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18. März 2017

Spinnen halten Insekten klein

Studie zu ökologischem Nutzen.

Manche Menschen scheuen Spinnen wegen ihrer haarigen oder auch nur langen dünnen Beine. Doch Insekten müssen sich vor ihnen richtig fürchten. Denn Spinnen vernichten als natürliche Fressfeinde große Mengen von ihnen. Wie groß diese Mengen sind, haben Zoologen der Universität Basel und der Universität Lund in Schweden gemeinsam untersucht: Alle Spinnen dieser Welt, die selbst zusammen rund 25 Millionen Tonnen wiegen, vernichten jährlich schätzungsweise 400 bis 800 Millionen Tonnen Beutetiere, davon zu 90 Prozent Insekten und Springschwänze, wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift Science of Nature aufgrund ihrer Berechnungen berichten. Zum Vergleich: Die Menschheit verzehrt nach Aussagen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen jährlich etwa 400 Millionen Tonnen Fleisch und Fisch. Die Spinnen können sogar mit den Walen mithalten, die in den Weltmeeren auf 280 bis 500 Millionen Tonnen Beutebiomasse pro Jahr kommen.

Mehr als 45 000 Arten, bis zu 1000 Tiere pro Quadratmeter: Damit gehören Spinnen zu den artenreichsten und weitverbreitetsten räuberischen Tierarten. Weil viele von ihnen nachtaktiv sind oder gut getarnt in Verstecken leben, fiel es der Zoologie bisher schwer, ihren ökologischen Nutzen zu bestimmen. Die schweizerischen und schwedischen Forscher sind jetzt aber überzeugt: Als Insektenfresser haben sie große Bedeutung für die Ökosysteme. "Zusammen mit den übrigen Insektenfressern wie Ameisen und Vögel tragen Spinnen dazu bei, die Populationsdichten von Insekten signifikant zu reduzieren", sagt Martin Nyffeler von der Universität Basel. Bevorzugte Jagdgebiete der Spinnen sind Wälder und Grasland – und weniger Äcker und Felder.

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Autor: amp