Von Anfang an im Licht der Öffentlichkeit

Cornelia Wystrichowski

Von Cornelia Wystrichowski

Di, 21. August 2018

Computer & Medien

ZDF-Doku über die Kinder von Herzogin Catherine und anderen Royals beleuchtet den Alltag von Prinzen und Prinzessinnen.

Sie sind schon in Windeln Weltstars und winken bereits als Grundschüler professionell in die Kameras: Der Nachwuchs von Herzogin Catherine, Königin Maxima der Niederlande oder Prinzessin Victoria von Schweden. Wenn sich bei den großen Adelsdynastien Nachwuchs einstellt, ist das allen Medien mindestens eine Meldung wert, und Menschen auf der ganzen Welt warten verzückt auf die ersten Fotos von Mama und Kind. Aber was bedeutet es für die Kleinen, im 21. Jahrhundert als Spross einer alten Herrscherdynastie aufzuwachsen, und welche Schattenseiten hat das Leben im Licht der Öffentlichkeit? Dieser Frage geht die Dokumentation "Royale Kindheit – Prinzen, Ponys, Paparazzi" im ZDF nach.

"Längst haben die Königshäuser erkannt: Prinzen und Prinzessinnen sind das beste Mittel zur Imagepflege einer jeden Monarchie", heißt es beim Mainzer Sender. Vom Tag ihrer Geburt an sind die royalen Sprösslinge weltweit beachtete Aushängeschilder ihrer Familien. Herzogin Catherine und ihr Ehemann Prinz William etwa, Eltern von drei Kindern, präsentierten ihre Babys nur wenige Stunden nach der Entbindung vor dem Ausgang des Krankenhauses der Öffentlichkeit – die Kameras klickten dabei fieberhaft.

Die beiden ZDF-Adelsexpertinnen Anne Kauth und Julia Melchior beleuchten, wie die königlichen Kleinen auf das höfische Protokoll, den Umgang mit Paparazzi und ihre vielen Repräsentationspflichten vorbereitet werden. Auf offiziellen Fotos wird zwar stets ein unbeschwertes Familienleben zelebriert. Doch wie sieht der Alltag hinter den Palastmauern wirklich aus? Die Adelsdoku widmet sich dabei nicht nur Herrscherhäusern aus Europa, sondern auch der japanischen Erbmonarchie. Dort herrschen noch Gepflogenheiten, wie sie in Europa inzwischen eher unüblich sind – so dürfen Frauen nach wie vor nicht den Thron besteigen. Die 16-jährige Prinzessin Aiko, das einzige Kind von Japans Kronprinz Naruhito und seiner Frau Masako, ist in einem engen Korsett uralter Traditionen aufgewachsen, und immer wieder gab es in der Vergangenheit Gerüchte, wonach das abgeschottete Leben ihrer körperlichen und seelischen Gesundheit schade.

In europäischen Adelshäusern weht seit einer Weile ein frischerer Wind bei der Kindererziehung, moderne junge Mütter wie Herzogin Catherine oder Maxima der Niederlande geben den Ton an. Aber die heute 41-Jährige Prinzessin Victoria von Schweden weiß aus eigener Erfahrung was es heißt, unter dem hohen Erwartungsdruck als Thronanwärterin zu leiden, sie kämpfte in jüngeren Jahren mit Essstörungen.

Die Dokumentation über die kleinen Prinzen und Prinzessinnen ist der erste von drei Beiträgen über Königshäuser und die Frage, warum sie auch im 21. Jahrhundert noch als weltweite Traumfabriken funktionieren.

"Royale Kindheit – Prinzen, Ponys, Paparazzi": Dienstag, 21.8., 20.15 Uhr, ZDF