Teuere Telefonate

Claudia Horn

Von Claudia Horn

Sa, 12. August 2017

Geld & Finanzen

Die Roaminggebühren für den Mobilfunk im EU-Ausland sind weggefallen – trotzdem gibt es hier und da noch einige Kostenfallen.

Früher war es richtig teuer, im Sommerurlaub aus Griechenland, Italien oder Spanien mit dem Handy daheim anzurufen, um von den tollen Erlebnissen zu berichten. Schuld waren die Roaminggebühren – Preisaufschläge fürs grenzüberschreitende Telefonieren. In der EU und einigen weiteren Staaten gehören diese Gebühren seit diesem Sommer der Vergangenheit an – doch hier und da kann es richtig teuer werden.

» In welchen Ländern gilt "Roam like at home" – ist das mobile Telefonieren, der SMS-Versand und das Surfen im Internet also genauso teuer wie daheim?
Wer ins EU-Ausland reist, profitiert generell von der Abschaffung zusätzlicher Gebühren für die genannten Dienste. Auch Norwegen, Island und Liechtenstein nehmen teil. Vorsicht ist also unter anderem in der Schweiz geboten – und natürlich in entfernteren beliebten Urlaubsländern wie den USA oder Thailand. Ein Megabyte (MB) Daten kann etwa in Thailand 19 Euro kosten, wie das Portal Verivox errechnet hat. Ein MB kann schon beim Versenden eines Fotos überschritten sein. Verbraucherschützer raten dazu, in diesem Fall beim Anbieter zusätzliche Wochen- oder Tagespakete mit Datenvolumen für das Urlaubsland zu buchen.

Wo gilt die
EU-Roamingverordnung nicht?
In der Luft und auf See – Vorsicht ist also im Flugzeug und auf Kreuzfahrten geboten, so die Verbraucherzentrale Berlin. Auf Schiffen und in Flugzeugen können Urlauber via Satellit oder WLAN surfen. Die Verbraucherschützer warnen vor den teuren Satellitenverbindungen und raten zum WLAN. Über die Bedingungen sollten sich Reisende bei der Reederei oder Fluggesellschaft informieren. Auch die Datenkostensperre der EU-Roamingverordnung, die beim Erreichen von 59,90 Euro Gebühren das Internet abschaltet, greift in der Luft und auf See nicht.

» Welche Einschränkungen
gibt es im EU-Ausland?
Laut Stiftung Warentest lässt sich das Handy nur bei 7 von 16 getesteten Anbietern exakt so nutzen wie zu Hause, ohne dass der Kunde etwas tun muss. Das sind Blau, Callmobile, Congstar, Fonic, Klarmobil, Mobilcom-Debitel und T-Mobile. Bei anderen Anbietern gibt es zum Beispiel Einschränkungen bei den Community-Verbindungen, also jenen Verbindungen zwischen Kunden desselben Anbieters. Diese sind im EU-Ausland anders als daheim nicht mehr kostenlos oder nicht mehr günstiger als andere Anrufe. Vorsicht ist auch bei den Prepaid-Angeboten der Anbieter sowie bei sehr günstigen Datenvolumen-Angeboten geboten – hier kann der Anbieter eine Deckelung auferlegen. Vor einer Reise sollten Kunden daher nachlesen, welche Regelung in ihrem Tarif für das Roaming vorgesehen ist und ob sie aktiv werden müssen, rät die Stiftung Warentest. Ein Umstellen auf mögliche andere Optionen gehe in der Regel einfach online über das Kundenkonto.

Was können Reisende noch tun?
Wer seinen Bedarf kennt, kann vor der Reise Zusatzoptionen etwa im Nicht-EU-Ausland buchen. Kunden sollten im Ausland außerdem die SMS ihres Anbieters genau lesen, der über zusätzlich anfallende Gebühren informieren muss oder Warnungen verschickt, wenn das Surfvolumen aufgebraucht ist. Eine weitere Möglichkeit ist, sich lokale Prepaidkarten zu besorgen.