HINTERGRUND

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 08. September 2018

Gesundheit & Ernährung

So funktioniert ein Cochlea Implantat

Ein Cochlea Implantat (CI) ist eine elektronische Innenohrprothese. Es besteht aus einem Mikrofon, einem Sprachprozessor, der hinter dem Ohr getragen wird und optisch einem Hörgerät ähnelt, einer Sendespule im Innenohr und dem eigentlichen Implantat in der Hörschnecke, der Cochlea. Der Sprachprozessor empfängt die akustischen Signale der Umgebung und wandelt sie in einen digitalen Code um. Diese sendet er über die seitlich am Kopf sitzende Sendespule an das Implantat unter der Haut. Das wiederum wandelt die digitalen Signale in elektrische um und leitet sie an seine Elektroden weiter, die in der Cochlea sitzen. Die Elektroden stimulieren den Hörnerv, der die Impulse ans Hirn weitergibt – hier entsteht die Hörwahrnehmung, wie bei normal Hörenden auch. Der Deutschen Cochlea Implantat Gesellschaft zufolge leben in Deutschland derzeit rund 30 000 Menschen mit einem solchen Implantat in einem Ohr oder beiden Ohren. Betroffene berichten, dass ihnen das CI ein deutlich besseres Hören ermöglicht als Hörgeräte. So verbessert sich beispielsweise das Satzverstehen und die Fähigkeit, Gesprächen folgen zu können, wenn ein starker Umgebungslärm herrscht – zum Beispiel in Cafés. Auch Richtungshören, telefonieren und das bewusste Genießen von Musik ist mit einem CI (wieder) möglich. Die Kosten für eine Cochlea-Implantat-Versorgung einschließlich der Rehabilitation betragen rund 40 000 Euro. Bestätigen umfangreiche medizinische Tests im Vorfeld die Erfolgsaussichten der OP, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten.