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19. September 2011

Zweimal im Jahr darf es schon sein

Patienten und Zahnärzte sind oft ein Bund fürs Leben.

Vieler Unkenrufe zum Trotz gehen Bundesbürger regelmäßig zum Zahnarzt. Eine Reihe von Statistiken belegt, dass Zahnärzte höchstwahrscheinlich häufiger als Hausärzte aufgesucht werden, so die Initiative Prodente in einer Pressemitteilung. Laut einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts suchen 77 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Jahr ihren Zahnarzt auf. Nur 72 Prozent der Deutschen gehen jährlich zu einem Allgemeinmediziner. Fazit: Zahnarztpraxen werden häufiger besucht als die Praxen der Hausärzte. Auch repräsentative Befragungen der Initiative Prodente bestätigen die Zahlen. Demnach suchen 93 Prozent der Bevölkerung einmal jährlich einen Zahnarzt auf. Und: 84 Prozent der Befragten besuchen ihren Zahnarzt drei Jahre oder länger.

Das wirft die Frage auf, welche Rolle ein Zahnarzt im Gesundheitssystem zukünftig einnehmen wird. Karies und Parodontitis müssen in jeder Phase des Lebens bekämpft werden. Anders als Kinderärzte, Kardiologen oder Urologen betreuen Zahnärzte ihre Patienten in allen Lebensphasen. Dazu belegen diverse Statistiken die Wechselwirkungen zwischen der Mundgesundheit und der allgemeinen Gesundheit.

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Experten prognostizieren daher, dass Zahnärzte zukünftig durchaus eine zentrale Rolle im Gesundheitssystem einnehmen werden. "Der Zahnarzt hat eigentlich schon heute eine extrem wichtige Position im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsvorsorge", bewertet Michael Noack von der Universität Köln die Ergebnisse. "Die heute schon bekannten Wechselwirkungen zwischen Mundgesundheit und der allgemeinen Gesundheit verstärkt die These, dass der Zahnarzt zukünftig eine Rolle als Verteiler im Netzwerk medizinischer Versorgung einnehmen könnte."

Aber: Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts, des Deutschen Zentrums für Altersfragen und des Robert-Koch-Instituts vernachlässigen ältere Menschen den Zahnarztbesuch. Weniger als zwei Drittel der 75- bis 84-Jährigen suchen einmal im Jahr den Zahnarzt auf, bei 35 Prozent vergehen mehrere Jahre zwischen zwei Besuchen. Experten warnen davor, die Pflege durch den Profi zu vernachlässigen.

Autor: BZ