Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

12. Oktober 2017

Bunt und winterhart

Auch in der kalten Jahreszeit gibt es viele Möglichkeiten, das Grab zu schmücken.

  1. Gestecke und Pflanzschalen können auf das Grab oder auf den Grabstein gestellt werden. Foto: heiland/GBF (2), M.Donner

  2. Heidepflanzen bringen im Herbst Farbe aufs Grab. Foto: Heiland/GBF

Während sich Friedhöfe im Hochsommer mit ihren prächtigen Bepflanzungen in farbenfrohe und manchmal auch verwunschene Orte verwandeln, zeigen sie sich im Herbst und Winter von ihrer geruhsamen und besinnlichen Seite. Gerade jetzt bestimmen warme Naturtöne das Friedhofsbild.

Das Angebot der Saisonpflanzen zur herbstlichen Wechselbepflanzung präsentiert sich mit robusten und widerstandsfähigen Arten, wie beispielsweise Alpenveilchen, Stiefmütterchen, Hornveilchen, (Kissen-)Astern, Chrysanthemen und Erikas. Vor allem Alpenveilchen (Cyclamen) geben mit ihren weißen, rosafarbenen, roten oder violetten Blüten auf einem Grab eine gute Figur ab. "Die kleinblütigen Sorten lassen sogar bei leichten Minusgraden nicht den Kopf hängen", erklärt Friedhofsgärtner Georg Giffhorn aus Mannheim.

Ebenfalls für einen farbenfrohen Grabschmuck im Herbst sorgen Erika (Erica gracillis) oder Besenheide (Calluna vulgaris). Gut geeignet für die kalte Jahreszeit sind die Besenheide oder auch die Schneeheide (Erica carnea) deshalb, weil beide winterhart sind. "Selbst bei Schnee und Eis zeigen sie bis zum Frühjahr ihre weißen, roten oder rosafarbenen Blüten", so Giffhorn. Und auch die Krähenbeere wirkt mit ihren bernsteinfarbenen Blättern besonders edel.

Werbung


In Kombination mit winterharten Blattschmuckpflanzen wie das Silberblatt (Senecio) oder das Purpurglöckchen (Heuchera) sowie winterharten Gräsern lassen sich damit stimmungsvolle Strukturbeete gestalten.

Ein reizvolles Zusammenspiel mit den Schattierungen des Herbstlaubes führen Astern und Chrysanthemen auf. Die kräftigen Farben der Herbstchrysanthemen leuchten bis in den November hinein. "Die kleinwüchsigen Sorten eignen sich, ebenso wie die Calluna vulgaris, auch für die Schalenbepflanzung zum Beispiel als herbstlicher Schmuck für ein kleinflächiges Grab oder ein Urnengrab", empfiehlt der Friedhofsgärtner.

Auf vielen Gräbern findet sich als Ergänzung zur Bepflanzung ein frischer Blumenstrauß oder ein Gesteck. Gerade für die bevorstehenden Totengedenktage bieten die Fachbetriebe ab Ende Oktober Gestecke aus Tanne, Kiefer, Zapfen sowie natürlichen, haltbaren Trockenmaterialien als herbstlichen Grabschmuck an.

Kunstvolle Winterabdeckungen sorgen für Beständigkeit. Gekonnt umgesetzt ziert die Kombination aus schützender Abdeckung und kreativem Winterschmuck das Grab in vielen Fällen bis zum Frühjahr. "Wir verwenden im Winter unterschiedliche Tannenzweige und verschiedenes Koniferengrün. In akribischer Feinarbeit lassen sich so sehr schöne Effekte erzielen", erklärt Friedhofsgärtner Christof Hilligardt aus Pforzheim.

Besonders dekorativ sind gesteckte Muster aus frischen Zweigen von Blaufichte, Edeltanne, Scheinzypresse oder Wachholder. Mit den roten Beeren von Stechpalme, Eibe oder Strauchmispel ergeben sich zudem reizvolle Kontraste. Ebenso wie die immergrüne, bodendeckende Bepflanzung symbolisiert die Winterabdeckung eine Decke, die sich schützend über den Verstorbenen ausbreitet.

Ein Grab über Jahre ansprechend zu gestalten erfordert viel Einsatz. Gerade im Herbst ist es wichtig, das Grab für den Winter vorzubereiten. "Nicht winterharte Pflanzen sollten herausgenommen werden und eventuell zur Überwinterung eingelagert werde. Außerdem sollte abgefallenes Laub regelmäßig entfernt werden, um Krankheiten an den Pflanzen vorzubeugen", so Georg Giffhorn.

Wer sich bei der Grabpflege und Grabgestaltung unsicher ist, sollte sich von Fachleuten unterstützen lassen. "Wir Friedhofsgärtner helfen nicht nur bei der Zusammenstellung der Herbstpflanzen, sondern übernehmen auch ganzjährig die komplette Grabpflege. Von der Säuberung der Grabfläche, über das Schneiden und Gießen, die jahreszeitlich wechselnde Gestaltung bis hin zum individuellen Grabschmuck", sagt Griffhorn.

Entsprechende Vereinbarungen zur Dauergrabpflege können mit dem Friedhofsgärtner vor Ort je nach Bedarf abgeschlossen werden.

Autor: BZ