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Darauf sollte man beim Heizölkauf achten

Sabine Meuter

Von Sabine Meuter

Di, 09. Oktober 2018 um 10:47 Uhr

Haus & Garten

Wer sich für den Winter günstig mit Heizöl eindecken möchte, sollte das ganze Jahr über die Preise beobachten. Sparen können Verbraucher mit Sammelbestellungen. Doch die bergen auch Tücken.

Wenn draußen langsam die Temperaturen sinken, werden drinnen wieder die Heizungen angedreht. Wer dabei auf Heizöl angewiesen ist, sollte dafür sorgen, dass der Tank daheim zumindest nicht ganz leer ist. Denn mit Beginn der Heizperiode ordern viele bei den Händlern, und dadurch kommt es zu verlängerten Lieferzeiten. "Je nach Auftragslage können vor allem in der kalten Jahreszeit zwischen Bestellung und Lieferung in Spitzenzeiten 14 Tage, im Extremfall auch mehr als vier Wochen vergehen", sagt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) in Mannheim.

Das heißt aber nicht, dass Ölheizer ihren Tank im Sommer bis zum Rand füllen sollten. Viele glauben immer noch, dass in den Monaten mit den milden Temperaturen die Preise aufgrund mangelnder Nachfrage besonders günstig sind. Doch den idealen Zeitpunkt für den Heizölkauf gibt es schon seit längerem nicht mehr. "Da die Heizölpreise auch ein Spiegelbild der Rohölnotierungen an den Börsen sind, reagieren sie eher auf politische Unruhen, Lieferengpässe oder Konjunkturdaten als auf die Jahreszeit", erklärt Funke. Das bedeutet: Heizölkunden sollten das ganze Jahr über die Preisentwicklung beobachten.

Gemeinsame Bestellungen können sich lohnen

Lohnen kann es sich, wenn mehrere Ölheizer gemeinsam Heizöl bestellen. "Preisnachlässe sind aber nur dann zu erwarten, wenn die Nachbarn oder Freunde, die gemeinsam bestellen, nicht allzu weit voneinander entfernt wohnen", sagt Christina Wallraf von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Als Faustregel gelten etwa drei bis fünf Kilometer.

Geht bei Händlern eine Sammelbestellung ein, machen die meisten von ihnen den Preis an der durchschnittlichen Bestellmenge aller Beteiligten fest. Das heißt, dass eine Sammelbestellung sich unter dem Strich nur dann für einen Besteller rechnet, wenn die anderen nicht deutlich weniger bestellen.

Eine Bestellung kann widerrufen werden

Doch Vorsicht: Kommt eine Sammelbestellung zustande, müssen bei einem Zahlungsausfall eines einzelnen die anderen für ihn haften. Um das zu vermeiden, kann eine Bestellgemeinschaft beim Hersteller anfragen, ob jeder Haushalt eine eigene Rechnung bezahlen kann, rät Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher im rheinland-pfälzischen Unkel. So bliebe die Bestellung juristisch eine Einzelbestellung.

Allgemein besteht beim Kauf von Heizöl nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (Aktezeichen: VIII ZR 249/14) ein Widerrufsrecht– wie bei anderen Fernabsatzverträgen auch. Somit kann eine Bestellung bis zum Beginn des Einfüllens widerrufen werden.

Vor der Lieferung sollten sich Verbraucher vergewissern, wie viel Öl-Restmenge im Tank ist. Auf jeden Fall sollten Ölheizer während des Liefer- und Tankvorgangs vor Ort sein, merkt Peters an. Das Zählwerk muss auf null stehen. "Ist dies nicht der Fall, dann sollte der Kunde eine Rückstellung verlangen", so Peters. Nach der Lieferung und vor dem Ausdruck der Lieferquittung sollte man den letzten Zählwerkstand kontrollieren und notieren. Die Angabe auf der Zähleranzeige muss mit der auf dem Ausdruck identisch sein.