Bauen

Versicherung für Helfer beim Hausbau

Sabine Meuter

Von Sabine Meuter (dpa)

Mo, 06. August 2018 um 07:04 Uhr

Haus & Garten

Oft helfen Freunde und Verwandte beim Hausbau mit. Wichtig für den Bauherren: Er muss für ausreichenden Versicherungsschutz seiner Helfer sorgen.

Ein Unfall ist schnell passiert – gerade dann, wenn die Helfer keine gelernten Bauarbeiter sind. "Private Bauherren müssen sich einen Sicherheits- und Gesundheitskoordinator an ihre Seite holen", sagt Rechtsanwalt Florian Krause-Allenstein, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Bau und Immobilienrecht im Deutschen Anwaltverein.

Oft sind es Architekten, die den Service rund um Sicherheit und Gesundheit am Bau mit anbieten. Aber auch, wenn der Bauherr die sogenannte Verkehrssicherungspflicht seinem Architekten oder Bauunternehmer überträgt, hat er weiterhin eine Überwachungspflicht.

"Kommt es etwa zu Sicherheitsrisiken auch im Hinblick auf den Arbeitsschutz, dann muss der Bauherr eingreifen", sagt Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbundes in Berlin. Unterlässt er dies, dann haftet er. Daher ist der Abschluss einer Bauherrenhaftpflichtversicherung unverzichtbar.

Der Bauherr selbst hat private Helfer bei der gesetzlichen Unfallversicherung anzumelden, und zwar bei der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau). "Das gilt unabhängig davon, ob die Helfer kurz- oder langfristig, gegen Entgelt oder unentgeltlich beschäftigt werden", sagt Eva Neumann von Haus & Grund Deutschland. Der Bauherr muss also innerhalb einer Woche nach Beginn der Arbeiten seine Baustelle und die Zahl seiner Helfer der BG Bau melden. "Das geht sehr einfach im Online-Verfahren", so Neumann. Dann erhält er einen Fragebogen. Darin muss er die Helfer und ihre Arbeitsstunden auflisten. Sollte der Bauherr die Anmeldung versäumt haben, muss er mit einem Bußgeld rechnen.

Auch einmalige Hilfsarbeiten – zum Beispiel Unterstützung an einem Samstag – müssen angezeigt werden, so Becker. "Denn auch bei einer einmaligen Hilfe kann es zu Unfällen kommen, die für den Betroffenen möglicherweise langwierige gesundheitliche Folgen haben." Ein Unfall muss der BG Bau gemeldet werden. Anders ist es bei nahen Freunden oder Verwandten, die Gefälligkeitsleistungen erbringen. Sie sind nicht gesetzlich unfallversichert. Das gilt zum Beispiel für den Vater des Bauherrn, der im Nachbarhaus wohnt und der am Samstag zwei Stunden beim Abladen von Materialien hilft. Im Zweifelsfall hilft die BG Bau bei der Abgrenzung.

Gesetzlich nicht versicherte Bauhelfer können durch eine private Unfallversicherung geschützt werden. "Der Bauherr selbst sowie sein Ehe- oder Lebenspartner haben keinen gesetzlichen Versicherungsschutz durch die BG Bau", sagt Krause-Allenstein. Sie können sich aber freiwillig dort versichern. Kommen Unbeteiligte wie Passanten zu Schaden, dann greift die bereits erwähnte Bauherrenhaftpflichtversicherung.

"Als Mindestversicherungssumme bei der Bauherrenhaftpflichtversicherung sind drei Millionen Euro zu empfehlen", empfiehlt Becker. Die Police kommt für alle Personen-, Sach- und Vermögensschäden auf, die vom Bau und vom Baugrundstück ausgehen. Manche Privathaftpflichtversicherungen decken auch die Haftpflichtrisiken eines Bauherrn ab.