50. Tourismusmesse

Auf der CMT stehen Gesundheit und Kulinarik in Fokus

Dominik Bloedner

Von Dominik Bloedner

Mo, 15. Januar 2018 um 22:00 Uhr

Reise

Der Tourismus im Südwesten verzeichnet das siebte Rekordjahr in Folge, die Zahlen für die ersten elf Monate 2017 wurden während des Baden-Württemberg-Tages auf der Tourismusmesse CMT in Stuttgart bekannt gegeben.

Die Messe feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag; mit mehr als 2000 Ausstellern aus rund 100 Ländern, einer auf 120 000 Quadratmetern angewachsenen Ausstellungsfläche und 240 000 erwarteten Besuchern schmückt sich die CMT mit dem Titel weltgrößte Publikumsmesse im Touristikbereich.

Beim traditionellen CMT-Baden-Württemberg-Tag am Montag ging es um die Frage: "Wer ist der Gast von Morgen?" Der Gast von morgen – das ist erst einmal der Messegast von heute. Werbung für Tourismus ist auch immer eine Materialschlacht, und so schlendern oder hetzen die Besucher durch die insgesamt zehn Messehallen, vorbei an mehr als 1000 Caravans und künstlerischen Darbietungen, beladen mit Prospekten und Präsenten.

Partnerländer der CMT, die noch bis Sonntag dauert, sind in diesem Jahr Panama und Ungarn, Caravan-Partnerregion ist das Trentino. Knapp eine halbe Million Euro lässt sich Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg den Messeauftritt kosten. "Heimatmarkt, Schaufenster, größte Zielgruppe, Begegnungsstätte, Networking", rechtfertigt Andres Braun in wenigen Worten die Ausgaben, zu denen die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) 130 000 Euro beisteuert.

In Halle 6 sind Baden-Württemberg und auf 1000 Quadratmetern der Schwarzwald präsent, der Bollenhut grüßt von weitem. Da werben Unterkirnach mit einem Mühlrad, das Markgräfler Land mit der Weinprinzessin Hannah Herrmann und Weinen aus Hügelheim, der Campingplatz aus Kirchzarten mit Fotos von glücklichen Campern, Bonndorf mit einem Unimog-Oldtimer und einem Imker und die Stadt Lahr mit blumengeschmückten Damen für ihre am 12. April beginnende Landesgartenschau.

Um die Ecke dann zwei Klosterfrauen aus St. Lioba aus Freiburg, "Kirche und Klöster – Urlaub für die Seele", prangt an der Wand. "Wir bieten die Möglichkeit, in unserem Kloster Einkehr zu halten", sagt Schwester Maris Stella. Die Benediktinerin steht hinter einem kleinen Garten: Minze, Johanniskraut, Drachenkopf und andere Heilkräuter. Die alten Weisheiten aus dem Klostergarten sollen weitergegeben werden – für die Seele.

Auch im Kongresszentrum etwas weiter wird über die Seele geredet. Jeanette Huber vom Frankfurter Zukunftsinstitut hält vor 1000 Gästen beim Baden-Württemberg-Tag einen Vortrag über den Tourismus im digitalen Zeitalter, über den Nonkonformismus der Reisenden, den Wunsch nach Authentizität und darüber, dass trotz ständiger Vernetzung, Erreichbarkeit und urbaner Lebensweise der Stellenwert des "Sehnsuchtsorts Natur" immer weiter steige. Oder vielleicht auch deswegen. "Entschleunigung, geistige Hygiene", sagt die Trendforscherin. Und dass das Genießen ja immer wichtiger für den Touristen von morgen werde.

Was auch bei der Pressekonferenz von Minister Guido Wolf – neben den Anforderungen, den der digitale Wandel für die Branche mit sich bringt – ein ganz großes Thema ist. "Bei der Kulinarik ist Baden-Württemberg ganz vorne", freut sich Wolf. Auch die STG wird noch mehr als sonst die Genusskarte ausspielen und die Sterneköche, die Weine, die Gins und Kirschtorten und die Craft-Biere entsprechend vermarkten, unter anderem mit einer speziellen Internetpräsenz.

Auch mehr als 100 Wein-Events seien an der Badischen Weinstraße geplant, sagt der Landrat des Ortenaukreises, Frank Scherer. Weitere Höhepunkte im Schwarzwald in diesem Jahr seien das Narrentreffen in Gengenbach mit 5000 Hästrägern im Januar, die Gartenschau in Lahr und die Heimattage in Waldkirch. Überall bei diesen Veranstaltungen, sagt STG-Geschäftsführer Hansjörg Mair, würden die Einheimischen mitgenommen. Und das zeichne den Schwarzwald als Lebensraum aus: Dass hier die Menschen die gleichen Dinge genießen wie die Urlauber.
Neuer Rekord

Der auch für Tourismus zuständige Justizminister Guido Wolf hat auf der CMT die vorläufige Statistik für das Jahr 2017 vorgelegt. Von Januar bis November (Zahlen für den Dezember wurden noch nicht ausgewertet) sind demnach verglichen mit den ersten elf Monaten 2016 die Gästeankünfte um 2,9 Prozent auf 20,2 Millionen und die Zahl der Übernachtungen um 1,5 Prozent auf 49,6 Millionen gestiegen – es ist das siebte Rekordjahr für den Tourismus im Südwesten in Folge. Bei ausländischen Gästen waren es im gleichen Zeitraum 4,7 Millionen Ankünfte und 10,7 Millionen Übernachtungen.

Der Schwarzwald liegt hierbei im Trend. In den ersten elf Monaten 2017 gab es mit 7,7 Millionen Ankünften ein Plus von 2,0 Prozent und bei den Übernachtungen ein Plus von 0,4 Prozent auf 20,3 Millionen verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Diese "erfreuliche Jahresbilanz" verkündete der Landrat des Ortenaukreises, Frank Scherer. Die Aufenthaltsdauer bleibt mit 2,7 Tagen allerdings auf niedrigem Niveau.