Der Traum vom eigenen Strand

Gerne wieder: Corn Island in der Karibik

Hannah Fedricks Zelaya

Von Hannah Fedricks Zelaya

Sa, 08. September 2018

Reise

GERNE WIEDER:Ein eigener Strand auf Corn Island.

ie unterschiedlich die Menschen doch ticken! Die einen sind stets auf der Suche nach dem Unbekannten, die anderen zieht es Jahr für Jahr an denselben Urlaubsort oder sie machen den gleichen Wochenendausflug. Autoren der BZ schreiben in unserer Serie "Gerne wieder", warum es sie immer wieder an den gleichen Ort zieht. Viel Vergnügen!

WKaribik. Ein Wort voller Bilder. Bunt und aufregend, fremdartig und sehnsuchtsvoll. Es klingt nach türkisblauem Meer und Strohhalmen in der Kokosnuss. Nach dem eigenen Strand, einer kleinen Hütte direkt dahinter, umgeben von Palmen und ohne andere Menschen, mit denen man das kleine Paradies teilen muss.

Ein Traum, dem die Realität nicht gerecht werden kann? Kann sie. Meine Familie und ich finden diesen Traum alle paar Jahre auf der kleinen Insel Corn Island. Sie gehört nicht zu den karibischen Inseln, sondern zu Nicaragua und liegt vor dessen Küste im Karibischen Meer.

Unser Urlaubsheim ist eine Cabaña, ein kleines Häuschen aus Holz, das etwas zurückgesetzt an der einzigen Straße der Insel steht. Es gibt kaum Autos, nur ab und zu rollt ein Taxi vorbei oder der Inselbus, der seine Runden dreht.

An einem perfekten Urlaubstag werden wir von den Sonnenstrahlen geweckt. Der Muschelvorhang klimpert leise, als die Jungs auf die Terrasse treten, um die Pferde zu bestaunen, die am Morgen auf dem kleinen Rasenstück nebenan grasen. Der Strand auf der anderen Straßenseite ist unberührt und der Sand noch kühl, als wir vor dem Frühstück darüber laufen.

Mit Bade-, Buddel- und Schnorchelsachen bepackt ziehen wir später los, um die Insel und die vielen kleinen Riffs, die sie umgeben, zu erkunden. Barfuß am Strand, vorbei an Fischerbooten und Hummerkästen, kleinen Hotels und verlassenen Ruinen, zerfressen, verwittert von Zeit und Salzwasser. Ab und zu klettern wir über ein paar Felsen oder müssen einen kleinen Umweg machen, weil ein Steg weit ins Meer hinaus ragt.

Ein paar Männer sitzen am Strand und reparieren ihre Netze und Boote. Irgendwo lassen wir uns nieder. Der Tag vergeht mit Sandburgen bauen unter Palmen an einem menschenleeren Strand. Es gibt gekühlte Toñas (das lokale Bier) oder Kokosnüsse. Aus der kleinen Bar nur ein paar Schritte weiter wabern die entspannten Reggaeklänge eines Lucky Dube-Songs.

Es ist der Duft nach frischgebackenem Kokosbrot, der uns am späten Nachmittag zurück zu unserer Cabaña zieht. Sie steht im Vorgarten der Island Bakery. Wenige Schritte von unserer Veranda entfernt wird deshalb jeden Mittag das beste Kokosbrot der Insel gebacken. Und dazu die besten Lemon Pies und Chocolate Cakes. Das schmeckt: Wir fühlen uns wie im Paradies.