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07. Juli 2017 15:39 Uhr

Zisch-Schreibwettbewerb-Gewinner Frühjahr 2017 II

Freund oder Feind

Von Emelie Neb, Klasse 4a, Grundschule Herbolzheim

  1. So stellt sich Zeichner Ferdinando Terelle das geheimnisvolle Wesen vor, das Betti Z. an der Schulter packt. Foto: Ferdinando Terelle

Betti Z. und Betti Z. waren im Wald unterwegs zu ihrem Geheimversteck. Plötzlich schrie Betti Z. auf und blieb ruckartig stehen. B. Zetti drehte sich zu ihr um und erschrak sehr, als er sah, wer Betti Z. an der Schulter gepackt hatte. Der Mann sah sehr alt aus, er hatte ein ganz verschrumpeltes Gesicht und trug ausgefallene Kleidung. "Oh je, ein Geist", flüsterte B. Zetti. "Helft mir", sagte er nur. Und dann verschwand er. Nur ein paar nebelige Wolken erinnerten an den Geist, der zuvor an der Stelle gestanden war. Betti Z. war ganz blass. "War es ein Geist? ", fragte sie zitternd. "Ja, es war ein Geist!", antwortete B. Zetti. B. Zetti überlegte und fasste schließlich einen Entschluss: "Komm, lass uns erst mal zu unserem Versteck gehen. Alles Weitere besprechen wir dort, es ist ja nicht mehr weit!"

Wortlos gingen sie zu ihrem Erdloch. B. Zetti zog die Strickleiter aus seiner Tasche, machte sie an einem nahestehenden Baum fest und ließ sie ins Erdloch gleiten. Beide kletterten fünf Meter in die Tiefe, bis sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Betti Z. sagte bewundernd: "Wow, es ist immer wieder aufs Neue so geheimnisvoll hier." Sie setzten sich auf die Stühle, die sie bereits vor einigen Wochen hierher gebracht hatten, und packten die Sachen aus dem Rucksack aus und legten sie auf den Tisch. B. Zetti zündete die schöne Duftkerze an, die auf dem Tisch stand. Nachdenklich setzte B. Zetti an: "Die Begegnung mit dem Geist hat mich verwirrt. Was will er von uns? Bei was sollen wir ihm helfen? Wie können wir ihm helfen? Wenn ich das wüsste … Was ist das? B. Zetti schalte mal die Taschenlampe an, das Licht der Kerze reicht nicht. Leuchte auf die rechte Wand – genau da."

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B. Zetti bemerkte bewundernd: "Wow, das sieht aus wie Zeichnungen. Ich habe eine App auf meinem Handy, sie kann sagen, aus welchen Jahr alt aussehende Zeichen, Scherben und – wie in unserem Fall – Zeichnungen sind. Man muss es nur fotografieren, und dann gibt es die Jahreszahl an. Es kommt aus dem Jahr 1154." "Was schon so alt?", staunte Betti Z.. B. Zetti zählte eins plus eins zusammen: "Hat das vielleicht was mit dem Geist zu tun? Wir könnten doch Ferdinand anrufen, der arbeitet doch auch in der Badischen Zeitung, er hat sich speziell für das Thema Geschichte und Funde aus alten Zeiten spezialisiert. Vielleicht kann er uns sagen, ob die Zeichnungen etwas bedeuten?"

B. Zetti griff zum Handy und rief ihn hastig an: "Hallo Ferdinand, ich habe dir ein Foto geschickt, darauf sind mehrere Zeichen. Kannst du mir sagen, ob sie etwas bedeuten?" Kurz ist es still in der Leitung, dann meint er: "Na klar, B. Zetti, gerne helfe ich dir weiter. Es sind nur wenige Zeichen. Sie erzählen aber eine lange, traurige Geschichte. Also, es geht darum, dass vor sehr, sehr langer Zeit ein Mann ein Pferd hatte. Er und sein Pferd Ostwind waren die besten Freunde, bis ein böser Zauberer kam und die beiden verfluchte. Bald darauf bekam das Pferd eine schwere Krankheit, es konnte nicht geheilt werden und starb sehr leidvoll. Der Mann hatte herausgefunden, dass das Pferd Glück brachte, wenn er am rechten Vorderbein kein Hufeisen anbringen ließ. Als das Pferd starb, verließ den Mann das Glück. Er starb nur kurze Zeit später auf qualvolle Weise. Leider kam er nicht in den Himmel wie sein Pferd. Er blieb auf der Erde als Geist zurück. Man sagt, er könne nicht in den Himmel zu seinem Pferd, bis zwei Freunde die drei Hufeisen gefunden hätten, die der böse Zauberer in drei Himmelsrichtungen verstreut hat. Eines soll Richtung Süden in die Maschinenhalle geflogen sein, in der die Maschine steht, die die Badische Zeitung am Leben hält. Ein anderes Hufeisen soll im Westen ins Land der Pferde geschleudert worden sein, und das dritte soll im Norden in einem tiefsten Wald gelandet sein. Sind alle drei Hufeisen gefunden, soll man nach Süden an einen See fahren und an dessen Ufer die Hufeisen an der Stelle ablegen, an der der stärkste Nordwind weht. Dann nämlich kommt der Geist und nimmt die Hufeisen entgegen und kann dann endlich wieder zu seinem Freund Ostwind zurück. – Ja, das erzählen die Bilder, B. Zetti."

"Danke!", antwortete B. Zetti beeindruckt und legte auf. Abenteuerlustig sagte Betti Z.: "Na, dann auf zur Cortina, der Maschine, die die ganze BZ am Leben hält." In Windeseile sausten sie zum BZ-Pressehaus, und genauso schnell hatten sie das Hufeisen in der Cortina gefunden. "Auf nach Westen!", rief Betti Z. begeistert. Und schon am selben Abend fanden sie das zweite Hufeisen inmitten einer Wildpferdeherde. Gleich darauf liefen sie zum Bahnhof und fuhren mit dem Zug nach Norden. Schon am nächsten Morgen waren sie da. Betti Z. überlegte: "Diese Station heißt Tiefer Wald, hier steigen wir aus!" Sie suchten und suchten, fanden aber nichts.

Nachdem viel Zeit vergangen war, kam Betti Z. die Idee, nach dem Hufeisen zu graben. Unglaublich, aber wahr, plötzlich stieß B. Zetti auf etwas Metallenes. Richtig, es war das fehlende Hufeisen. Jetzt endlich hatten sie die drei Hufeisen zusammen. Erleichtert liefen sie zum Zug, fuhren zurück und holten ihre Fahrräder.

B. Zetti hatte sofort eine Idee, welcher See im Süden gemeint sein könnte. Er zeigte Betti Z. den Weg. Beide waren aufgeregt. "Hier müsste die richtige Position sein!", sagte Betti Z., als sie mit ihrem feuchten Finger die Windrichtung geprüft hatte. Mit zitternden Händen legte B. Zetti die Hufeisen auf den Boden. Und tatsächlich, da tauchte plötzlich der Geist auf und sagte mit ruhiger Stimme: "Danke meine Freunde, jetzt kann ich endlich wieder zu meinen Pferd Ostwind zurück."

Dann löste er sich in einen bunten Funkenregen auf, und was zurückblieb, war eine Schatztruhe mit Schlüssel. Die beiden blickten sich verwundert an. "Komm mach sie auf – oder nein, nein, nein! Ich will sie öffnen", stammelte Betti Z.. "Wow! Lauter Goldmünzen, Gold und Diamanten …" B. Zetti stockte fast der Atem: "Guck mal hier: zwei Ketten mit einem Herzanhänger dran." Vorsichtig griff er in die Truhe und holte die Herzketten heraus. "Das Herz kann man sogar aufmachen …" Im Deckel war ein Foto von dem Geist und seinem wunderschönen schwarzen Pferd Ostwind. "Die andere Herzhälfte ist frei", stellt Betti Z. fest, "da mache ich ein Foto von dir und mir rein!" "Ich auch", sagte B. Zetti. "Das waren die aufregendsten Tage meines Lebens!"

Autor: Emelie Neb, Klasse 4a, Grundschule Herbolzheim