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07. Juli 2011 18:00 Uhr

Genusswandern in Südbaden

Restaurant Waldrain St. Chrischona: Das Wechselgeld gibt’s in Franken

GENUSSWANDERN IN SÜDBADEN (44): Grenzübertritte haben auch im (fast) grenzenlosen Europa noch einen Reiz bewahrt.  An der grünen Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland ist dieses Kribbeln an vielen Orten zu erleben: rund  um den Chrischona-Turm zum Beispiel.

  1. Hier gibt’s das Wechselgeld in Franken: Restaurant Waldrain St. Chrischona in Bettingen (Schweiz) Foto: Michael Baas

  2. Hier gibt’s das Wechselgeld in Franken: Restaurant Waldrain St. Chrischona in Bettingen (Schweiz) Foto: Michael Baas

  3. An der Landesgrenze: Restaurant Waldrain St. Chrischona in Bettingen (Schweiz) Foto: Michael Baas

  4. Karte: Restaurant Waldrain St. Chrischona in Bettingen (Schweiz) Foto: BZ

  5. Die Kirche St. Chrischona in Bettingen (Schweiz) Foto: Regine Ounas-Kräusel

An den Hängen des Dinkelbergs gibt’s ein ganzes Netz dieser grenzüberschreitenden Wege.  Diese bleiben  zwar immer nahe an der Zivilisation, das urbane Grundrauschen des Zentrums Basel dringt streckenweise noch ins Ohr,  Glockenschläge  diverser Kirchtürme erinnern allemal daran, dass Ortschaften in keiner Richtung weit entfernt sind  und an der Pilgermission  schließlich herrscht – je nach Wetter –  reger Ausflugsbetrieb: Das Gelände ist eine grüne Oase im Basler Dreiländereck und bietet mit dem Chrischona-Turm, dem höchsten Bauwerk der Schweiz, auch noch ein ansehnliches Ausflugsziel. 

Es führen viele Wege nach St. Chrischona und zum Gasthaus "Waldrain"; von Riehen fährt gar ein Bus der Basler Verkehrsbetriebe  (Linie 32). Wer will kann das Ausflugsziel aber auch klimafreundlich zu Fuß ansteuern: Von Riehen, von Inzlingen oder von diversen Bahnhöfen am Hochrhein wie Grenzach oder Wyhlen ist St. Chrischona mit einem leichten Anstieg zwischen 150 und 250 Höhenmeter jeweils auch in 40 bis 50 Minuten gut zu Fuß zu erreichen. Am bequemsten, wenn auch nicht  so CO2-sparend, geht’s von verschiedenen Wanderparkplätzen – etwa dem am Rührberg zwischen Inzlingen und Grenzach-Wyhlen. 

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Dafür bieten sich von dort einer Reihe familienfreundlicher Optionen: Das Gasthaus selber wurde vor rund 100 Jahren erbaut, Mitte der 90er Jahre renoviert und wird als Selbstbedienungsrestaurant geführt: So verströmt es den Charme zwischen einer angejahrten Gutbürgerlichkeit und Jugendherbergskantine. Auf der Terrasse oder im Garten, wo auch ein Spielplatz lockt,  aber ist davon wenig zu spüren, und auch im Inneren ist die Atmosphäre akzeptabel – zumal die Preise passabel sind und die Qualität, wie in der Schweiz üblich, anständig. Lediglich das hausgemachte Glace (Eis) ist mit drei Franken (2010)  pro Bollen etwas teuer  –  zumindest aus deutscher Sicht.

Aber sonst gibt’s Tellergerichte unter 12 Franken, Kinderteller um die acht, einfache Mittagsmenus schließlich sind für etwa 20 Franken zu haben, und wer mehr ausgeben will, kann auch  zu Entrecôte mit "Waldrainbutter", Pommes und Salat greifen (30.50 Franken).  Auch die Getränkepreise orientieren sich am Normalverdiener. Als besondere Option empfiehlt sich zudem ein Abstecher zur Kirche St. Chrischona. Auf der aufgeschütteten Terrasse, das fast 500 Jahre alte, historische Ensemble im Rücken, den Blick ins offene Gelände gen Süden lässt sich der Erholungswert noch mit einem Nachdenkfaktor anreichern.

Restaurant Waldrain St. Chrischona,  Daniel & Doris Balliet-Hallauer, Hohe Straße 31, CH-4126 Bettingen, Tel.  0041/61/6016 22

http://www.waldrain.ch

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag  von 9 Uhr bis 18 Uhr (Oktober bis März), bis 20 Uhr (April, Mai, September) und bis 21 Uhr (Juni, Juli, August); Sonntags stets von 9 bis 18 Uhr, Montag/Dienstag geschlossen außer Oster- und Pfingstmontag. Euro werden in Scheinen genommen, Wechselgeld gibt’s in Franken.  

Anfahrt: siehe Haupttext.

Die Tour:

Länge: 5 km (ab Bahnhof Wyhlen 8,5 km)
Höhenmeter: 50 m (ab Bahnhof Wyhlen 260 m)

Die direkte Verbindung vom Parkplatz zum Ausflugslokal ist im Endeffekt etwas mehr als einen Kilometer lang –  ein längerer Spaziergang, der auf einem fast ebenen Weg unter beeindruckend großen Buchen, am Chrischona-Turm vorbei, direkt aufs "Waldrain" zuführt.   Eine rund einen Kilometer längere Variante biegt am Chrischona-Turm noch einmal ab in den Wald,  umrundet die Gebäude der Pilgermission und führt durch deren alte Landwirtschaft von hinten an das Ausflugslokal heran. Die dritte, rund 5 Kilometer lange Strecke (siehe Grafik)schließlich biegt vom Rührberg kommend kurz vor der Grenze zunächst nach rechts ab und führt bergab ins Chrischonatal; von dort geht"s wieder 1,5 Kilometer leicht bergauf in die Pilgermission und durch deren Areal zum "Waldrain".   Im Gegenzug für die Anstrengungen gewährt diese "Langstrecke" nicht nur einen Blick auf die Nordflanke des Turms, sondern führt durch ein abwechslungsreiches Gelände mit offenen Passagen und fordert zumindest soviel Kalorien, dass sich die Einkehr rechtfertigt.

Alle Folgen der BZ-Serie: Genusswandern in Südbaden

Autor: Michael Baas