Amélie trifft auf Abba, Mozart auf Joe Cocker

Helena Kiefer

Von Helena Kiefer

Do, 11. Dezember 2014

Reute

Der Akkordeon-Club Reute lud zum Adventskonzert.

REUTE. Zweimal im Jahr lädt der Akkordeon-Club Reute zum Konzert. Am vergangenen Sonntag zeigten die verschiedenen Orchester ihr Können beim Adventskonzert – zahlreiche "Riddemer" kamen in die Eichmattenhalle. Auch ein Gastensemble war eingeladen: das Hackbrettensemble der Akkordeon-Trachtengruppe aus dem Glottertal unter der Leitung von Luitgard Scheidler.

Acht Jungmusiker des Jugendorchesters mit ihrem Ausbilder und Dirigenten Florian Siegel eröffneten das Konzert mit dem Stück "Fun Factory". Flotte Musik, Schlagzeug und E-Piano brachten Schwung in die Halle; die Kinder hatten sichtlich Spaß am Vorspielen. Neben Hits von ABBA wie "Money Money Money" und "Mamma mia" spielten die Nachwuchsmusiker auch ein modernes Stück aus dem Radio: "Tage wie diese" von den Toten Hosen. "Der Song soll das kollektive Glücksgefühl beim Feiern zur Musik beschreiben", erklärte Frank Sutter, der durchs Programm führte.

Das Jugendorchester wartete mit dem Stück "Starter Kids 2" auf. "Eine besondere Bedeutung hat der Titel für vier Spieler. Sie sind heute tatsächlich Starter Kids", kündigte Sutter an: Jody Hofmeister, Felix Ball, Sophia Sutter und Benjo Witzigmann spielten zum ersten Mal bei einem Konzert mit. Die Schüler führten auch "Tscha-ba-duu, die kleine Lok" auf. Neben den Tönen, die schon sicher aus dem Akkordeon kamen, spielten die Schüler auch immer wieder selbst Lokomotive, machten Zisch- und Dampfgeräusche zur Musik.

Das Glottertäler Hackbrettensemble gastierte zu viert. An ihren Hackbrettern spielten sie "la valse d"Amélie" von Yann Tiersen, der die Musik zum Film "Die fabelhafte Welt der Amélie" komponiert hatte. Mit leisen, aber kraftvollen Schlägen entlockten die Spieler ihren Instrumenten eine zauberhafte Melodie. Dass auf dem Hackbrett neben Filmmusik auch klassische und zeitgenössische Musik gespielt werden kann, zeigten die Musiker mit drei Werken von Jörg Lanzinger und Wolfgang Amadeus Mozart.

Das Hackbrett ist seit dem 14. Jahrhundert in Europa bekannt und gehört zur Gruppe der Brettzithern. Mit Holzklöppeln werden die Stahlseiten angeschlagen. Zum Adventskonzert durften auch die Zuhörer mitsingen: "Heidschi Bumbeidschi" summte es unten im Saal, obwohl das Lied aus Österreich eigentlich ein Wiegenlied ist. Das Hauptorchester begeisterte mit einem Medley von Joe Cocker. Schon die ersten Takte von "You can leave your hat on" sorgten für gute Stimmung.

Das Medley zeigte auch, welche Vielfalt an Tönen die Spieler ihren verschiedenen Instrumenten entlocken konnten: von leisen fast flötenähnlichen Tönen bis zu tiefen Basstönen.

Ein besonderer Hörgenuss war auch "Is it right" von Elaiza, die beim diesjährigen Eurovision Song Contest den 18. Platz erreichten. Auch im Original kommt ein Akkordeon zum Einsatz – und ähnlich dem Original interpretierte es das Hauptorchester lebhaft und voller tänzerischer Leichtigkeit. Mit einem vielfältigen und qualitativ guten Programm überzeugte der Akkordeon Verein Reute bei seinem diesjährigen Adventskonzert.