Auf E-Bike und Rennrad

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Sa, 01. September 2018

Herbolzheim

Die Kaiserstuhl-Tuniberg-Radtour wird 40 Jahre alt.

BREISGAU/KAISERSTUHL. Die Kaiserstuhl-Tuniberg-Radtour geht in ihr 40. Jahr. Am Sonntag können Hobbyradler wieder auf ausgeschilderten Wegen Kilometer sammeln. In den vergangenen vier Jahrzehnten hat sich die Rundfahrt stark verändert: Die Zahl der der Teilnehmer ist gesunken – dafür rollen einige Teilnehmer jetzt auch auf E-Bikes um den Kaiserstuhl.

Lothar Hug war damals schon dabei, in den 70er Jahren, als die erste Kaiserstuhl-Tuniberg-Radtour über die Bühne ging. "Man hat sich damals an der Bodenseerundfahrt orientiert, die sehr bekannt war", sagt Hug. Er war 18 Jahre alt damals und junger Helfer bei der ersten Auflage, heute organisiert er die Rundfahrt für den RVC Reute. Radsportvereine aus sechs Orten hatten sich zusammengeschlossen, um Strecken auszuschildern, Kaffee und Kuchen zu verkaufen und den Teilnehmern die gefahrenen Kilometer abzustempeln – Achkarren, Reute, Herbolzheim, Wyhl, Riegel und Merdingen.

Die Vereine aus Riegel und Merdingen zogen sich nach einigen Jahren wieder zurück, die anderen blieben dabei. Der Andrang ließ mit der Zeit nach: Vor rund 20 Jahren meldeten sich an guten Tagen noch bis zu 1500 Radler an. Mittlerweile sind es etwa halb so viele. Hug führt das, unter anderem, auf das veränderte Freizeitverhalten zurück – und auf die gestiegene Zahl der Jedermannrennen. "Die kommen dann als 387. ins Ziel und freuen sich", sagte er vor zwei Jahren im BZ-Interview.

Laut Hugs Kollegen Wolfgang Scheer, dem Vorsitzenden des RSV Herbolzheim, hat sich in den vergangenen Jahren noch eine andere Sache geändert. "Es wird sportlicher", sagt er. "Früher sind die Leute nach der Tour noch geblieben, haben gegessen und getrunken. Das Gesellige hat stark nachgelassen." Der 49-jährige Herbolzheimer ist seit rund 20 Jahren dabei. Er erzählt von Fotos, auf denen der noch der ganze Innenhof der Emil-Dörle-Schule voller Tische und Bänke mit Radlern darauf zu sehen war.

Seit dem Jahr 1999 können die Radler auf der längsten Runde über Streitberg und Pflingsteck fahren – wenn sie Lust auf einen Anstieg von 269 Höhenmeter haben. Sie haben: "Wir haben reagiert, das wurde gefordert – die Tour sollte größer und schwerer werden", erzählt Hug.

Seit einigen Jahren beobachten die Organisatoren noch eine Veränderung: Die Zahl der Radler auf E-Bikes steigt. "Kein Problem", sagt Scheer. "Wir fahren ja auch nicht auf Zeit – es geht nur um die Bewegung."