Die Vielfalt der Akkordeonmusik

piz

Von piz

Di, 13. Mai 2014

Reute

Ein gelungenes Doppelkonzert – aber mit wenigen Besuchern aus Reute.

REUTE (piz). Sehr vielfältig ist Akkordeonmusik. Das demonstrierte nicht nur das Jugendorchester und Hauptorchester des Akkordeon-Club Reute, sondern auch das Gastorchester die Akkordeongruppe Münstertal. Der Konzertabend war besetzt mit wundervollen, faszinierenden Momenten der Akkordeonmusik. Nur schade, dass es nur wenige Reuter Bürger in die Eichmattenhalle geschafft haben. Sie haben wirklich viel versäumt. Der euphorische Beifall nach den Auftritten war wohlverdienter Dank und belohnte zu Recht die lange, mühevolle Probearbeit.

Das Frühjahrskonzert begann mit dem Jugendorchester, das Florian Siegel mit viel Fingerspitzengefühl führte, obwohl er selber mit in die Tasten griff. Es startete mit der Suite "Trittico" in drei Sätzen. Die Jugendlichen mit den Soloauftritten, Yannik Steinle, Marvin Frank, Lucy Siegel und Elena Deuringer, bewiesen ihre hervorragende Spielkultur. Es ging fetzig weiter mit der Rockballade der Scorpions "Wind of Change" und dem Stück der Rockband die toten Hosen "Tage wie diese", einem Ohrwurm und der Hit bei der vergangenen Fußball-EM. Dem Jugendorchester gelang es, die Stücke ohne Fehl und Tadel zu interpretieren. Durch den Abend führte mit vielen Informationen und witzigen Details Frank Sutter, der mit der Moderation den Konzertabend aufwertete.

Mit viel Nuancenreichtum brillierte das Hauptorchester. Die Musiker nahmen das Publikum in die Schweiz mit. Dirigent Florian Siegel hatte hochvirtuose Stücke einstudiert, die die Spannung hochhielten. Dies begann mit der "Schweizerischen Rapsodie", die aus zwei Volksliedern besteht. Man spürte und sah förmlich die Alpen in ihrer Schönheit und glaubte die Alphörner zu hören. Fetzig der Marsch aus der Nussknacker-Suite, von E.T.A. Hoffmann geschrieben und von Tschaikowski vertont; er gehört zu einem der populärsten Ballette der Musik. Begeisternd auch das Stück "Swisska" von Günther Kölz.

Bei den nachfolgenden vier Stücken von Joe Cocker offenbarte sich, wie innig und emotional sich die Musizierenden auf solche Stücke einlassen. So gelang allen eine tolle Interpretation dieser klassischen Stücke mit der ganzen Dynamik, Lebendigkeit und fantastischer Klangpracht. Die unterschiedlichen Stimmungen ließen sich entdecken und genießen. Die Tempi der schnellen Sätze waren zwar flott, aber nicht überdreht, es war viel rhythmische Energie dabei.

Mit ein Höhepunkt war der Auftritt der Akkordeongruppe Münstertal mit dem Konzertorchester. Bezirksdirigentin Silke D’Inka leitet es. Das Konzertorchester begann mit "Star Wars" von John Williams und endete mit dem Stück "Music" von John Miles. Ein musikalischer Genuss, die bekannten Melodienläufe wurden mit traumhafter Sicherheit interpretiert, das Orchester breitete die gesamte dynamische Palette aus. Lang anhaltender Beifall war der Dank, der den schönen musikalischen Abend beendete.