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06. Juli 2010

Dattelmus im Bibelgarten

Festlicher Abschluss der "Fachtagung Biblische Gärten 2010" auf Schloss Beuggen.

  1. Zahlreiche Gäste trafen sich am Samstagabend auf Einladung des Bibelgartenteams zu einem romantischen Abend bei Kerzenschein mit viel Poesie und schöner Musik. Foto: Claudia Gempp

RHEINFELDEN. Es gab am Wochenende nicht nur ein Fußball-Sommermärchen, sondern auch "ein Sommermärchen auf Schloss Beuggen". Treffender hätte Claudia Schindler-Herrmann, Leiterin des Bibelgarten-Projekts, den festlichen Abschluss der "Fachtagung Biblische Gärten 2010" nicht beschreiben können, zu dem sich am Samstagabend zahlreiche Gäste im Bibelgarten zu einem bezaubernden Abend bei Kerzenschein mit viel Poesie um das "Hohelied der Liebe", klangschöner Musik und allerlei Köstlichkeiten trafen.

Am Ende bedankte sich Pfarrer Jörg Hinderer, von der evangelischen Erwachsenenbildung beim engagierten Bibelgarten-Team für die Ausrichtung der renommierten Tagung, zumal wir "vor ein paar Jahren nicht gewagt hätten, auch nur davon zu träumen". Lobend äußerten sich auch die Teilnehmer: "Wir sind total begeistert vom Ambiente, dem Programm und der Organisation". 100 Interessierte aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland waren gekommen, um sich nicht nur in Workshops, bei Vorträgen und fachkundigen Diskussionen über Bibelgärten auszutauschen oder für das Netzwerk Biblische Gärten Zukunftspläne zu erörtern. Das Programm bot auch für die Öffentlichkeit interessante, unterhaltsame Momente, etwa beim liebevoll arrangierten "Markt der Möglichkeiten" am Samstagnachmittag. Es gab jede Menge zum Riechen, Tasten, Sehen, Schmecken: Kostproben von selbst gemachtem Senf, Dattelmus oder Olivenbalsam, es wurden Räucherdüfte hergestellt, mit Safran gefärbt oder auf Papyrus Hebräisch geschrieben. Zum Auftakt der Tagung am Freitagabend wurde im, trotz dicken Schlossmauern, nicht gerade kühlen Bagnato-Saal, die Ausstellung "Biblische Pflanzen und Landschaften" eröffnet. Sie entstand in Zusammenarbeit von Claudia Schindler-Herrmann, Thea Groß, Leiterin der Bibelgalerie Meersburg, und Edgar Lienemann, Mediengestalter aus Binzen. Thea Groß begann ihre Einführung mit der nicht ganz ernst gemeinten, aber berechtigten Frage: "War es im Paradies auch so heiß?" Sie bot einen interessanten Einblick in "das geheimnisvolle, zugleich faszinierend schöne und unglaublich karge Land der Bibel", in das die Ausstellungsbesucher auf verschiedene Weise eintauchen können: Aus der Fülle von über hundert biblischen Pflanzen präsentiert die Bibelgalerie Meersburg die sieben Früchte Israels, die in der Bibel ein wichtige Rolle spielen: Feige, Dattel, Olive, Wein, Granatapfel, Weizen und Gerste.

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Claudia Schindler-Herrmann gibt Einblicke in einen biblischen Kräuter- und Gemüsegarten und stellt Gewürzwaren und orientalische Düfte vor. Kulturgeschichte und Alltagsgeschehen spiegeln sich in den Geschichten um biblische Früchte, Kräuter und Düfte wider. Seit Claudia Schindler-Herrmann erkannt habe, dass die Bibel nicht nur unerschöpfliche Quelle für das religiöse Empfinden und Leben ist, sondern auch voller spannender Informationen über das Leben der Menschen der damaligen Zeit steckt, arbeite sie vielfach und vielfältig an diesem Thema, sagte Thea Groß.

Künstlerisch untermalt wird dies alles mit 18 Landschafts-Impressionen von Edgar Lienemann. Er versteht es, mit seinen Bildern die Schönheit und zugleich Kargheit bibischer Landschaften in intensiver Farbigkeit zu vermitteln. Lienemann bezeichnet sich selbst als Bildautor, der "durch Bild plus Wort etwas zu erzählen hat".

Dauer bis 27. September, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 17 Uhr, zusätzlich Sonntag, 1. August und 19. September, jeweils 12 bis 18 Uhr.

Autor: Claudia Gempp