"Der Einsatz lohnt sich in jedem Fall"

Ingrid Böhm-Jacob

Von Ingrid Böhm-Jacob

Fr, 14. September 2018

Rheinfelden

BZ-INTERVIEW mit Karin Paulsen-Zenke zur Mitmachaktion der Städte am Rhein / Ufer-Putzete als Beitrag zum Umweltschutz.

RHEINFELDEN. Städte am Rhein schließen sich am Samstag dem Aktionsaufruf "Rhine-cleanup" an und putzen das Ufer für den Umweltschutz. Die beiden SPD-Ortsvereine Rheinfelden und Karsau und die Agendagruppe machen mit. Karin Paulsen-Zenke erläutert im Gespräch mit Ingrid Böhm-Jacob, warum sich der Einsatz lohnt.

BZ: Der Rheinuferweg ist Naherholungsgebiet, Aushängeschild der Stadt und wird deshalb gut gepflegt. Warum machen Sie gerade dort sauber?
Paulsen-Zenke: Unser Rheinufer ist auch für mich ein wunderschönes Naherholungsgebiet. Auf meiner diesjährigen Radtour entlang des Rheins habe ich auch erlebt, wie sehr der Rhein die Lebensqualität der am Rhein liegenden Städte bestimmt und viele Menschen anzieht. Als ich von der Aktion ,Rhine cleanup’ erfahren habe, war mir klar, da mache ich mit. Leider sind eine negative Folge des Freizeitspaßes am Rhein die vielen Hinterlassenschaften, auch bei uns ist es so, dass immer auch was übrig bleibt, weil immer wieder Leute ihre Partyreste zurücklassen. Die Agendagruppe, die in regelmäßigen Abständen schon seit langem Müllsammelaktionen am Rheinuferweg macht, hat mir berichtet, dass sie in der Regel bis zu fünf Säcke Müll aus diesem Abschnitt zusammenbekommt.
BZ: Was glauben Sie, was sich jetzt wieder alles dort findet?

Paulsen-Zenke: Na, das wird morgen unsere Überraschung werden.
BZ: Zwei SPD-Ortsvereine und die Agendagruppe ziehen die Arbeitshandschuhe an. Rechnen Sie mit weiteren freiwilligen Helfern und wie viele brauchen Sie, damit sich der Einsatz wirklich lohnt?
Paulsen-Zenke: Der Einsatz lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn nur eine kleine Gruppe diese Putzaktion durchführen würde. Aber natürlich freuen wir uns über Mitmacher. Ich bin überzeugt davon, dass es in Rheinfelden viele Menschen gibt, denen der Umweltschutz am Herzen liegt.
BZ: Sind sie gut ausgerüstet mit Säcken und mit Handschuhen?
Paulsen-Zenke: Ja, da werden wir auch unterstützt vom technischen Dienst. Da bekommen wir die notwendigen Materialien, die werde ich morgen abholen und dann können wir loslegen.
BZ: Wie soll der Einsatz ablaufen, nur auf dem Uferweg oder gehen sie mit Gummistiefeln auch in den Rhein?
Paulsen-Zenke: Wir werden beides anschauen. Im Moment haben wir ja ziemliches Niedrigwasser, der Uferstreifen ist relativ breit und wir können ihn dann entsprechend breit absuchen. Hinter der Aktion steht ja ein ernstes Thema, deshalb der Aufruf in vielen Städten entlang des Rheins. Es geht den Akteuren darum, etwas gegen die Plastik- und Müllflut in den Meeren zu machen. Damit können wir hier vor der Haustür beginnen, mit dem Einsammeln der liegengelassenen Pet-Flasche, die so nicht mehr ins Meer gelangt.
BZ: Welches Ergebnis erwarten Sie vom Einsatz für den Umweltschutz?
Paulsen-Zenke: Wie gesagt, ich finde diese grenzüberschreitende Aktion gut. Sie zeigt, dass es überall Menschen gibt, die sich um die Umwelt Sorgen machen und aktiv werden wollen. Und das macht doch ein bisschen Mut. Natürlich würde ich mir auch wünschen, dass sich das Bewusstsein bei denen ändert, die bisher achtlos ihren Müll fallen lassen und darauf setzen, dass er irgendwie verschwindet. Wir können vor Umweltproblemen nicht länger die Augen verschließen, da muss was getan werden, auch im Kleinen, vor Ort. Man sollte sich nicht nur aufregen über Müll, sondern sich auch mal bücken und ihn aufsammeln.
BZ: Haben Sie eine Vorstellung davon, was geschehen sollte, damit die Aktion eine Langzeitwirkung entfaltet?
Paulsen-Zenke: Das Wesentliche ist, dass es ins Bewusstsein der Menschen geht, wie wichtig der Schutz des Wassers ist. Es geht auch darum, die Menschen zu animieren, ihre Umwelt bewusster wahrzunehmen. Vielleicht gelingt es gerade hier am Rheinufer, einem Bereich, der von den Rheinfeldern sehr geschätzt wird. Es ist mir wichtig, dass die Leute hier mehr Verantwortung übernehmen und sich auch mal bücken.
BZ:... und nicht nur nach der Stadt rufen
Paulsen-Zenke: und erwarten, dass hinter einem hergeräumt wird, sondern dass man als Demokrat und Mitbürger auch im Kleinen Verantwortung übernimmt.

Info: Rheinuferweg-Putzete am Samstag, 15. September, Treffpunkt ist um 10 Uhr der Ausstellungspavillon. Geputzt wird im Abschnitt bis zum Dürrenbach.

Zur Person: Karin Paulsen-Zenke ist SPD-Gemeinderätin und Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Rheinfelden.