Ein Besuch bei der Zumba-Stunde des TV Rheinfelden

Claudia Gempp

Von Claudia Gempp

Fr, 23. März 2012

Rheinfelden

Ein Besuch bei der Zumba-Stunde des TV Rheinfelden.

RHEINFELDEN. "Alle Schnürsenkel zu, alle Kaugummis raus? Dann kann’s ja losgehen!" Als die versierte Aerobic- und Yoga-Übungsleiterin Gabi-Nicolaus-Franke im modischen Outfit und mit Mikrofon ausgestattet, diese Fragen an diesem Freitagabend in der Turnhalle der Goetheschule stellte, startete für über 50 Leute im Alter von 14 bis über 70 Jahre ein Power-Bewegungsprogramm beim neuesten Zumba-Fitnesstrend, der aus den USA über den Atlantik bis nach Europa und zum Turnverein Rheinfelden geschwappt ist.

Zumba, so die Kursleiterin, "ist ein regelrechter Hype". Dabei verbinden sich Elemente aus Aerobic und Intervall-Training für Herz und Kreislauf mit heißer Musik und Tanzschritten – ideale Voraussetzung für alle bewegungs- und tanzfreudige Menschen jeden Alters, die obendrein auch noch Kalorien verbrennen wollen.

Es ist 17 Uhr. Die ersten Teilnehmer trudeln ein. Währenddessen richtet Gabi Nicolaus-Franke die Musikanlage, legt entsprechende CDs bereit mit feurigen lateinamerikanischen Rhythmen wie Merengue, Reggaeton, Salsa oder Cumbia und beantwortet Fragen von neuen Interessierten wie Celine Schmitt. Die 14-jährige kommt in Begleitung ihrer Mama und ihrer zwei kleinen Brüder. Celine hat Zumba im Fernsehen gesehen. Jetzt möchte sie einmal persönlich testen, "wie das hier abläuft und ob es mir gefällt". Später wird sie sagen, "dass es zwar toll ist", aber sie vermisse mehr Gleichaltrige.

Die 29-jährige Stefanie Zäpf gesellt sich dazu. Ihr macht es "viel Spaß, auch weil alle Altersgruppen vertreten sind und es keine Rolle spielt ob einer dick, mittel oder dünn ist". Nach und nach kommen immer mehr Frauen. Zum ersten Mal auch Monika Bauer aus Herten. Sie hat davon gelesen und will es ausprobieren, "weil ich hoffe, dass alle Körpermuskeln durchgeschüttelt werden". "Ja, das stimmt, nämlich von Kopf bis Fuß", sagt die Trainerin.

Etwas verloren steht mitten in der Halle ein Mann. "Ich bin der Hahn im Korb", verrät der fast 50-jährige Thomas Erlitz. Er macht mit, "weil ich fit bleiben will bis ins Alter; ich tanze gerne, lateinamerikanische Musik gefällt mir, und es ist eine ideale Abwechslung im Alltag". Es mache ihm nichts aus, der einzige Mann unter so vielen Frauen zu sein, schließlich bewegt er sich beim TVR auch in der Frauendomäne Step-Aerobic. Doch er wird an diesem Abend nicht der einzige Mann bleiben, später gesellt sich in der hintersten Reihe ein weiterer dazu.

Mittlerweile hat sich die Halle gut gefüllt. Gabi Nicolaus-Franke legt zum Auftakt eine Zumba-Samba auf und gibt das Kommando: "Aufgepasst, wir machen uns erstmal warm. Schaut alle zu mir, ich bin euer Spiegel und werde auch mit den Händen reden; viel Spaß!" Die einstündige "Zumba-Party" ist voll gepackt mit feurigen Tanzschritten, pulsierenden Rhythmen sowie ins Blut gehenden Abläufen, die Gabi Nicolaus-Franke mit musikalischem Talent und tänzerischer Kompetenz bis zum Schluss ohne die kleinste Ermüdungserscheinung vorgibt.

Die Hände, die Beine, der ganze Körper: Bei jedem ist alles ständig in Bewegung. Nach etwa zehn Minuten endet der erste Intervall. Hier und da fließen schon einige Schweißperlen. Manche nutzen die Unterbrechung für einen Schluck aus ihrer Mineralwasserflasche. Und schon geht’s weiter. Jetzt ist Cumbia dran, ein stampfender Rhythmus, der an, mit einer Eisenkugel am Bein gefesselte Sklaven erinnert. Rechts rum, links rum, vorwärts, rückwärts, seitwärts und noch in die Hände klatschen. "Mir ist es zwar ein wenig zu schnell", sagt eine ältere "Sportlerin". Auch andere können dem Ablauf nicht so schnell folgen, besonders den Älteren macht die Koordination zu schaffen. Egal, jeder soll sich so bewegen, wie er eben gerade kann, keiner kritisiert. Im Großen und Ganzen gibt die große Gruppe ein einheitliches und trotz allem motiviertes, fröhliches Bild ab. Jedem scheint es zu gefallen. Auch TVR-Leiterin Ina Heidemann macht mit, sichtlich erfreut "dass wir Zumba haben" und sie hofft, "dass wir mit diesem Angebot, ähnlich wie früher mit Aerobic, eine neue Generation von tanzbegeisterten Sportlern in die TVR-Familie aufnehmen können". Vor allem wolle man mit dem vereinsoffenen Kursangebot diejenigen Menschen und junge Erwachsene erreichen, die kaum Zugang zu Tanzschulen und Fitnesscentern haben. Eine Konkurrenz zu kommerziellen Anbietern sieht Ina Heidemann nicht, weil sich das Angebot lediglich auf eine Übungsstunde die Woche begrenzt und bewusst vereinsorientiert gestaltet sei. Neue Teilnehmer/innen sind willkommen.

Termin: Zumba-Fitness, freitags 17.15 bis 18.15 Uhr Turnhalle Goetheschule. Info gibt Gabi Nicolaus-Franke, Tel. 07623/7175951.